Lexikon der Flugzeuge

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Extra 300 SP: Modell der bewährten Kunstflugmaschinen von Walter Extra seit 2006

Extra 300 SP

Technische Daten:

Flugansicht: 300 S
(ILA 2004)

vergleiche >>

01-Button-ILA2006

Model

EXTRA 300 S

EXTRA 330 L/XL

Sitze

1

2

Motor

Lycoming

Lycoming

.

AEIO 540-L1B5

AEIO 540-L1B5

Art

Boxermotor

Boxermotor

Zylinder

6

6

Leistung

300 HP

330 Hp

Propeller

3-Blatt

3-Blatt

Länge

6,65 m

6,96 m

Höhe

2,62 m

2,62 m

Höhenruderbreite

3,20 m

3,20 m

Radstand

1,80 m

1,80 m

Spannweite

7,50 m

8,00 m

Tragflügelfläche

10,44 m²

10,7 m²

Flächenbelastung

89.00 kg/m²

89,00 kg/m²

Leergewicht

620 Kg

745 Kg

Startgewicht

920 Kg

950 Kg

max. Fluggewicht

820 Kg

820 Kg

max. Geschwindigk.

ca. 400 Km/h

ca. 410 Km/h

Reisegeschwindigk.

ca. 300 Km/h

ca. 330 Km/h

Landegeschwindigk.

115 Km/h

115 Km/h

Steigrate

16 m/sec.

18 m/sec.

Startstrecke

ca. 140 m

ca. 110 m

  über 15 m Höhe

ca. 200 m

ca. 180 m

Landerollstrecke

ca. 150 m

ca. 150 m

  über 15 m Höhe

ca. 300 m

ca. 300 m

G-Belastung

+ 10 / -10

+ 10 / -10

.

.

.

Line

Model

EXTRA 300

EXTRA 300 L

Sitze

2

2

Motor

6 Zyl. Lycoming

6 Zyl. Lycoming

.

AEIO 540-L1B5

AEIO 540-L1B5

Art

Boxermotor

Boxermotor

Leistung

300 HP

300 HP

Propeller

3-Blatt

3-Blatt

Länge

7,12 m

6,96 m

Höhe

2,62 m

2,62 m

Höhenruderbreite

3,20 m

3,20 m

Radstand

1,80 m

1,80 m

Spannweite

8,00 m

8,00 m

Tragflügelfläche

10,7 m²

10,7 m²

Flächenbelastung

89.00 kg/m²

89.00 kg/m²

Line

.

Extra 300 LP

Extra 300 SP

Extra 200

Antrieb

Lycoming

Lycoming

Lycoming

Typ

AEIO - 540 L1B5

AEIO - 540 L1B5

AEIO - 540 L1B5

Zylinder

6

6

6

Leistung

300 hp

300 hp

200 hp

Propeller

Mühlbauer

Mühlbauer

Mühlbauer

Typ - 4-Blatt

MTV 14-B-C/C 190-17

MTV 14-B-C/C 190-17

 (nur 3-Blatt)

Typ - 3-Blatt

MTV 9-B-C/C 200-15

MTV 9-B-C/C 200-15

MTV 12-B-C/C 183-17e

Art

Constant Speed

Constant Speed

Constant Speed

Material

Composite

Composite

Composite

Spannweite

8,00 m

7,50 m

7,50 m

Länge

6,90 m

6,70 m

6,50 m

Höhe

2,60 m

2,60 m

2,70 m

Flügelfläche

10,7 m²

10,4 m²

10,4 m²

Leergewicht

660 kg

667 kg

562 kg

max. Gewicht

950 kg (+6 / -3 G)

950 kg

840 kg

max.Gewicht 2 Piloten

870 kg (+8 / -8 G)

-----

800 kg (+8 / -8 G)

max. Gewicht 1 Pilot

820 kg (+10 / -10 G)

-----

700 kg (+10 / -10 G)

Tragflächentanks

171 Liter

171 Liter

122 Liter

Acro Tank only

45 Liter

49 Liter

36 Liter

Max. Geschwindigkeit

220 kts

220 kts

217 kts

Normalgeschwindigkeit

158 kts

158 kts

154 kts

min. Geschwindigkeit

55 kts (700 kg)

55 kts (700 kg)

53 kts (700 kg)

max. Belastung

+10 / -10 G

+10 / -10 G

+10 / -10 G

Extra 300 SP

Beschreibung:

Als besondere Attraktion bei den Flugtagen der ILA in Berlin zeigte der Weltmeister und mehrfache Deutsche Meister im Kunstflug Klaus Schrodt, hauptberuflich Flugkapitän eines Airbus bei der Lufthansa und Wohnsitz in Berlin, mit seinem Flugzeug, einer Extra 330 XS mit 330 Ps Motorleistung, eine atemberaubende Kunstflugvorführung. Eine Extra 300 L wurde auf der ILA von Frank Versteegh geflogen.

Die Extra 300 und 330 gibt es in mehreren Varianten. Doppelsitzer haben die Endung “L” und EinsitzerS”. In den USA werden die Single-Maschinen als “XS” bezeichnet. Der Propeller hat optional 3-Blatt oder 4-Blatt. Eine der wenigen existierenden Extra 330 war auf der ILA 2002 erstmals zu sehen.

Kunstflugzeuge von “Walter Extra” - selbst mehrfacher Meister - prägen weltweit die internationale Wettkampfscene. Die Extra-Flugzeuge zeichnen sich durch außergewöhliche Festigkeit und Manövrierfähigkeit aus. Sie sind somit ideal für den Wettbewerbskunstflug geeignet. Die Querruder reichen fast über die gesamte Spannweite, um eine möglichst gute Steuerbarkeit um die Längstachse zu erzielen. Die Steuerung reagiert sofort und sehr direkt.

Ein normaler Gradeausflug ist generell bei Kunstflugmaschinen recht schwierig, weil die Tragflächen nicht die sonst übliche Wölbunng an der Oberseite haben (wie auch beim Deltaflügler). Der normale Auftrieb entfällt hier folglich. Der Pilot muss ständig leichte Korrekturbewegungen am Steuerknüppel vornehmen. Dafür können diese Art von Flugzeugen auch im Rückenflug genau so gut fliegen, ohne die Richtung zu verändern.

Tragflächen und Leitwerk sind aus Komposit-Werkstoffen gefertigt. Bei einer Person beträgt die G-Belastung +10 / -10 und bei zwei Personen +8 / -8.

  • Die Extra 230 war die erste Konstruktion von Walter Extra. Diese Maschine war noch recht konventionell aufgebaut was den Materialeinsatz anbelangt. Die Tragflächen bestanden aus einer Holzkonstruktion, der Rumpf aus Stahlrohr, das Ganze wurde dann mit Kunststoff bezogen. Der Motor leistete 200 Ps.
  • Die Extra 260 ist eine in nur 6 Exemplaren aufgelegte Vorläuferversion der Extra 300 mit 260 Ps.
  • Die Extra 300 ist ein weitgehend in Kunststoff gefertigter Mitteldecker mit einer Motorleistung von 300 Ps.
  • Die Extra 300 L ist der Extra 300 ähnlich, jedoch als Tiefdecker ausgeführt, - jedenfalls liegen die Tagflächen optisch tiefer. Sie hat ebenfalls 300 Ps. “L” steht für “Langversion”, ist also ein 2-Sitzer. Die beiden Personen sitzen in Tandemanordnung hintereinander. Das vordere Cockpit ist nur minimal Instrumentiert. Sie kann mit +10 / -10 G belastete werden, bzw. mit +8 / -8 G bei zwei Personen (ist abhängig von der Zuladung)..
  • Die Extra 300 S ist die 1-sitzige Version der Extra 300 L mit ebenfalls 300 Ps. Sie kann mit +10 / -10 G belastet werden.
  • Die Extra 330 L ist das Kunstflug-Projekt von “Walter Extra Flugzeugbau” aus dem Jahr 2002. Sie basiert auf der Extra 300. Das Original der 330 ist allerdings gegenüber der Extra 300 gänzlich aus Kohlefaser hergestellt und damit wesentlich leichter und leistungsfähiger. In Verbindung mit einem 330 Ps starken Antrieb dürfte die Extra 330 L zu den leistungsfähigsten 2-sitzigen Kunsflugmaschinen unserer Zeit gehören. Sie kann ebenfalls mit +10 / -10 G belastet werden.
  • Die Extra 330 S ist die 1-sitzige Version der 330 L, mit ansonsten identischen Werten. In den USA wird sie als “Extra 330 XS” geführt.
  • Die Extra 300 LP ist die neueste 2-sitzige Version der Firma Extra, die auf der ILA 2006 erstmals in Deutschland gezeigt wurde. Bei der Motorhaube wurde eine neuartige Kohlefaser-Kunststoffverbinding in Wabenform verwendet, die eine Gewichtseinsparung von ca. 30 Pfund bewirkt, bei gleichzeitiger Versteifung dieses Bereichs. Weitere Gewichtsreduzierungen wurden an anderen Stellen erreicht. Die Flügel bestehen aus “Carbon Composite”, die Landeklappen aus “Fiberglass Spring”. Die für den Kunstflieger wichtigen “Zielgeräte” an den Flügelspitzen sind hier serienmäß angebracht. Ferner ein automatisiertes Rauchsystem, welches bei Flugveranstaltungen für das Publikum verwendet wird (automatic Filling System).
  • Die Extra 300 SP ist die Single-Version der Extra 300 LP, mit ansonsten identischen Werten.
  • Die Extra 200 war ursprünglich der Nachfolger der 230, deren Produktion wegen eines Mangels an geeignetem Holz für die Tragflächenkonstruktion eingestellt werden musste. Sie verfügte ebenfalls über einen 200 PS starken Motor.

    Die jetzt mit CFK-Tragflächen und Stahlrohrrumpf ausgestattete Extra 200 wird seit 2005 in limitierter Auflage wieder gefertigt. Auf der ILA 2006 wurde sie in Deutschland erstmals einem breiten Publikum vorgestellt. Sie hat viele Konstruktionsmerkmale ihres großen Bruders Extra 300 L und ist wie sie für Lastvielfache von +/- 10 G zugelassen. Der 2-Sitzer wurde für Kunden mit eingeschränktem Budget konstruiert und ist für die Ausbildung im Kunstflug bestens geeignet, weil er sämtliche Flugmanöver, einschließlich “trudeln” usw., ausführen kann.
Extra-Cockpit

Kunstflieger sind “Wahnsinnige” !  Quelle: SPREE FLUG Luftfahrt GmbH

Der Kunstflug ist so alt wie die Fliegerei. Der englische Begriff - Aerobatics - bezeichnet diese Art von Fliegen vielleicht etwas besser, denn hier geht es um akrobatische Flüge. Rowdytum hat hier keinen Platz. Einen Looping zu fliegen, ist eine Sache, einen Looping rund zu fliegen, die andere. Kunstflug verlangt vom Piloten absolute Konzentration und körperliche Fitness und vom Flugzeug einen technisch einwandfreien Zustand. Konsequenz in der Handhabung der Prüflisten, in der Bewertung der Lufttüchtigkeit des Flugzeuges und in der Beurteilung der eigenen körperlichen Verfassung ist ein unbedingtes Muß.

Klarheit bei der Durchführung von Kunstflügen und penibles Einhalten der Sicherheitshöhen und Betriebsgrenzen des Flugzeuges sind unerläßlich. Die Einhaltung einer ausreichenden Höhe dient nicht nur der eigenen Sicherheit, sondern zeigt auch den Respekt vor lärmgeplagten Anwohnern, und dient somit dem Wohle der allgemeinen Luftfahrt.

So erfährt der angehende Kunstflugpilot während seiner Ausbildung auch ein Stück Persönlichkeitsbildung. Hier sollte spätestens klar werden, dass Kunstflug für den Piloten selbst wichtig ist, und dass es nicht darum geht, als Schauobjekt für die Trauben von Zuschauern zu dienen, die nur darauf warten, dass endlich etwas passiert.

Gerade Kunstflugpiloten, ob sie an Wettkämpfen teilnehmen, oder einfach nur eine Kunstflugausbildung haben, wissen um die Betriebsgrenzen ihres Flugzeuges, wissen, wie es in Grenzbereichen reagiert und wissen vor allem, wo der "rote Bereich" (jenseits der Betriebsgrenze) beginnt und dass dieser unbedingt zu meiden ist.

Rennen der Kunstflieger: Red Bull Air Race World Series

Die Red Bull Air Race World Series ist eine vom Energydrinkhersteller Red Bull ins Leben gerufene Serie von Luftrennen. Seit 2003 messen sich jährlich bei mehreren Luftrennen die besten Kunstflugpiloten der Welt, um in niedrigen Höhen Manöver durch sogenannte AirGates, das sind 20 Meter hohe Pylone mit 10 bis 14 Meter Abstand zueinander und unter Brücken hindurch zu fliegen. Die Idee kommt vom ungarischen Teilnehmer Peter Besenyei. Red-bull

Geflogen wird nach Zeit. Zusätzlich gibt es Strafsekunden für das Berühren von Pylonen und für Fehler bei den Flugfiguren.

Es wurden zum Beginn des Wettkampfes noch vier Flugzeugmodelle geflogen, doch hat sich dieses auf einen Flugzeugtyp reduziert. Als überlegeneres Flugzeug gilt die Zivko Edge 540. Im derzeitigen Feld aus 13 Piloten fliegen 10 eine Zivko Edge 540. Der Rest des Feldes fliegt jeweils eine Cap 232, MX2 und eine in Deutschland gefertigte Extra 300. (Bei den ersten Rennen waren noch Suchoi Su-26 und mehr Cap 232 am Start.) Die Flugzeuge haben zwischen 300 und 400 Ps sind meist 1-sitzig und wiegen um die 700 kg. Bei einer Länge von 6 - 7 m haben sie ca. 8 m Spannweite. Man nennt sie auch augenzwinkernd die „Formel-1-Autos“ der Lüfte.

In der Saison 2006 gab es 9 Stationen, die weltweit in Ballungszentren stattfinden. Auf dem Programm standen in Europa unter anderem Berlin, Barcelona, Budapest, Istanbul und Longleat (GB). Damit machte die Rennserie zum ersten Mal in Berlin auf dem Flughafen Tempelhof Station. Nach der erfolgreichen Saison 2006 wurde die Serie 2007 deutlich ausgebaut.

 

 

Copyright © Flugzeuglexikon von Wolfgang Bredow - Berlin, Spandau

 

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