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Zivko Edge 540: extrem starkes und präzise steuerbares Kunstflugzeug

Zivko Edge 540: extrem starkes und präzise steuerbares Kunstflugzeug

Technische Daten:

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Edge 540

Edge 540 T

Spannweite

7,43 m

7,68 m

Länge

6,30 m

6,95 m

Leergewicht

530 kg

570 kg

Max. Kunstflug

704 kg

725 kg

Haupttank

71 Liter

75 Liter

max. Geschwindigkeit

425 km/h

425 km/h

Geschwindigkeit bei 75%

335 km/h

340 km/h

Abrißgeschwindigkeit

95 km/h

98 km/h

Steigen (1500 ft)

3.700 ft/min

3.900 ft/min

G-Belastung

± 10

Solo ± 10 - Dual ± 8

Antrieb

Lycoming IO-540

Lycoming IO-540

Leistung

344 Ps

344 Ps

Flügelfläche

29,9 m²

32,3 m²

Höhe

2,8 m

2,8 m

Max. Gewicht

817 kg

1.000 kg

Flügeltanks

158 Liter

170 Liter

Beschreibung:

Bei der Zivko Edge 540 handelt es sich um ein Kunstflugzeug vom US-amerikanischen Flugzeughersteller “Zivko Aeronautics Inc” in Guthrie, Oklahoma. Die einplätzige EDGE 540 flog zum ersten Mal 1993.

Die Zivko Aeronautics Inc. ist ein Pionier in der Herstellung von extrem starken und präzise steuerbaren Kunstflugzeugen. Das gutmütige Flugverhalten und die Symmetrie verleihen der EDGE 540 auch auf dem Rückenflug dieselben Flugeigenschaften wie in der normalen Fluglage. Der extrem hohe Auftrieb spielt gerade auch in der langsamen Flugphase eine wichtige Rolle.

Die Anforderungen an der Flügelfestigkeit waren bei der Konstruktion hoch gesteckt. Der Flügel musste extrem widerstandsfähig sein und extrem steif, um sein Profil in allen Fluglagen und Belastungen beizubehalten. Der dabei entstandene Mitteldecker ist so konstruiert, dass sich die Flügel bei maximaler Belastung mit weniger als 2,5 cm nach oben und unten bewegen.

Flügel, Leitwerk und die Verkleidungen sind komplett aus Karbon gefertigt. Der Gitterrohrrumpf besteht aus TIG-geschweisstem Stahl, welcher mit Dracon-Gewebe bespannt ist. Das Leitwerk und die Ruder sind aus zusätzlich verstärkter Karbonfaser gefertigt und für eine direkte Reaktion und exakte Kontrolle gross genug und so ausbalanciert, dass auch sehr kleine Steuerbewegungen perfekt ausgeführt werden können. Das Flugzeug kann sich pro Sekunde 420 Grad um die Querachse drehen. Das Höhenruder wurde mit einer elektronischen Trimmung versehen. Das Seitenruder wird konventionell mit Seilzügen gesteuert, das Heckrad hingegen ist mit dem Seitenruder über zwei Federn gekoppelt und steuerbar. Der Rumpf enthält Aussparungen für volle Seiten- und Bodensicht.

Angetrieben wird die Maschine von einem Lycoming IO-540 Motor mit 320 bis 380 Ps, abhängig von der Kompressionsraten, die wählbar ist. Ein Constant-Speed Dreiblatt-Hartzell-Propeller setzt die geballte Kraft um.

In den Flügeln Integriert sind dieTanks für Überlandflüge, sowie ein 8-Gallonen Tank für die Rauchanlage im linken Flügel. Im Rumpf selber ist der “auslaufsichere” Kunstflugtank. Die Maschine kann mehrere Minuten in Rückenfluglage fliegen.

Die Edge 540T ist die doppelsitzige Variante dieses Modells, wobei “T” für Tandem steht. Die 2-sitzige Version ist von der Optik her identisch mit der EDGE 540, hat aber einen längeren Rumpf.

Mit einem Leergewicht von lediglich 570 kg und dem selben Motor wie die 1-sitzige Version, hat die EDGE 540T praktisch identische Charakteristiken wie die EDGE 540.

Die Edge 540 wurde durch ihre hervorragenden Flugleistungen seit Mitte der 90er Jahre oft Sieger in der offenen Kunstflugklasse. Die Edge ist auch beim “Red Bull Air Race” dabei und hat nach Ansicht der Fachleute im Vergleich zu ihrem Hauptkonkurrenten, der deutschen Extra 300, ein besseres Gewichtsverhältnis und eine höhere Leistung. Mike Mangold gewann 2004 mit einer Edge 540 beide Rennen der Red Bull Air Race Series.

Rennen der Kunstflieger: Red Bull Air Race World Series

Die Red Bull Air Race World Series ist eine vom Energydrinkhersteller Red Bull ins Leben gerufene Serie von Luftrennen. Seit 2003 messen sich jährlich bei mehreren Luftrennen die besten Kunstflugpiloten der Welt, um in niedrigen Höhen Manöver durch sogenannte AirGates, das sind 20 Meter hohe Pylone mit 10 bis 14 Meter Abstand zueinander und unter Brücken hindurch zu fliegen. Die Idee kommt vom ungarischen Teilnehmer Peter Besenyei. Red-bull

Geflogen wird nach Zeit. Zusätzlich gibt es Strafsekunden für das Berühren von Pylonen und für Fehler bei den Flugfiguren.

Es wurden zum Beginn des Wettkampfes noch vier Flugzeugmodelle geflogen, doch hat sich dieses auf einen Flugzeugtyp reduziert. Als überlegeneres Flugzeug gilt die Zivko Edge 540. Im derzeitigen Feld aus 13 Piloten fliegen 10 eine Zivko Edge 540. Der Rest des Feldes fliegt jeweils eine Cap 232, MX2 und eine in Deutschland gefertigte Extra 300. (Bei den ersten Rennen waren noch Suchoi Su-26 und mehr Cap 232 am Start.) Die Flugzeuge haben zwischen 300 und 400 Ps sind meist 1-sitzig und wiegen um die 700 kg. Bei einer Länge von 6 - 7 m haben sie ca. 8 m Spannweite. Man nennt sie auch augenzwinkernd die „Formel-1-Autos“ der Lüfte.

In der Saison 2006 gab es 9 Stationen, die weltweit in Ballungszentren stattfinden. Auf dem Programm standen in Europa unter anderem Berlin, Barcelona, Budapest, Istanbul und Longleat (GB). Damit machte die Rennserie zum ersten Mal in Berlin auf dem Flughafen Tempelhof Station. Nach der erfolgreichen Saison 2006 wurde die Serie 2007 deutlich ausgebaut.

 

 

Copyright © Flugzeuglexikon von Wolfgang Bredow - Berlin, Spandau

 

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