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ILA 2008

- Internationale Luftfahrtausstellung -

Sikorsky CH-53G und CH-53GS: Transporthubschrauber der Waffengattung Heer

Sikorsky CH-53G und CH-53GS: mittlerer Transporthubschrauber der Waffengattung Heer

Der Sikorsky CH-53 ist das Arbeitspferd der Heeresflieger. Er ist einer der größten Hubschrauber der westlichen Streitkräfte und zeichnet sich durch eine große Ladekapazität bei hoher Transportgeschwindigkeit und Zuverlässigkeit aus. Der Transporthubschrauber CH-53G (Bundeswehrvariante) wird bei Personentransport, Materialtransport und für Sonderaufgaben eingesetzt. Die GS-Version ist zusätzlich mit einer EloKa-Selbstschutzanlage ausgerüstet. Im Rahmen der ISAF-Einsatzes wurden die Hubschrauber ferner durch 2 Doorgunner ergänzt.

Sikorsky CH-53G und CH-53GS: mittlerer Transporthubschrauber der Waffengattung Heer

Technische Daten:

Sikorsky CH53 Sikorsky CH-53 Sikorsky CH-53 GS Sikorsky CH-53GA

Hersteller

Sikorsky Aircraft

Länge

20,5 m

Länge über alles

26,87 m

Höhe

7,6 m

Hauptrotordurchmesser

22 m

Grundgewicht

10.180 kg incl. Tank

Abflugmasse

ca. 16.965 kg

        GS-Version

19.050 Kg

Zuladung

ca. 9.000 kg außen

.

ca. 6.000 kg innen

Transportkapazität

36 Soldaten oder 5,5t

.

Einschränkung gegebenfalls durch

.

Befüllen der Außentanks bei GS

Geschwindigkeit

ca. 300 km/h max.

Reisegeschwindigkeit

ca. 250 km/h

Marschgeschwindigkeit

215 Km/h

Reichweite

ca. 880 km (mit Zusatztanks)

Einsatzradius

175 km

        GS-Version

650 km mit 2 Außentanks

Einsatzdauer

1std 40 min

        GS-Version

mit 2 Außentanks 6 std 30 min

Antrieb

2 x General Electric T64-GE-6

Leistung

je 2.175 kW

        Antrieb GS

T64-GE-7

        Leistung GS

je 2.927 kW (2 x 3925 WPS)

Besatzung

4 (2 Piloten + 2 Bordmechaniker)

.

gegebenfalls durch 1 Observer

.

sowie 2 Doorgunner ergänzt,

.

z.B. im Rahmen d. ISAF-Einsatzes

.

.

Sikorsky CH 53 GS - Transporthubschrauber

Beschreibung: (Quelle: Bundeswehr)

Einen schnellen Kampf- und Transporthubschrauber, der bei jedem Wetter einsatzfähig ist – das waren die Forderungen, die das US Marine Corps Anfang der 1960er Jahre an die Industrie stellte. Die spätere CH-53 "Sea Stallion" ("See Hengst") der Sikorsky Aircraft Corporation überzeugte und so wurden im Herbst 1967, rund drei Jahre nach dem Erstflug, die ersten Hubschrauber an das US Marine Corps ausgeliefert.

Andere Versionen gingen später unter anderem an die US Air Force und an die US Navy. Zwischen 1972 und 1975 entstand schließlich die CH-53G, wobei das G für "Germany" stand. Insgesamt wurden in diesem Zeitraum 110 Exemplare dieser Variante des mittleren Transporthubschraubers für die Heeresflieger gebaut, zu über 98 Prozent in Lizenz von verschiedenen deutschen Luftfahrtunternehmen.

Die Besatzung der CH-53G besteht aus vier bis sieben Mann. In der 9,15 Meter langen, 2,25 Meter breiten und 1,98 Meter hohen Kabine können bis zu 36 Soldaten oder 5,5 Tonnen Fracht, wie etwa zwei Luftlandepanzer vom Typ Wiesel, transportiert werden. Als Außenlast kann der Transporthubschrauber an einem Lasthaken sogar über sieben Tonnen mitnehmen. Der Einsatzradius der CH-53G beträgt dabei 175 Kilometer.

Mittlerweile verfügen die Heeresflieger für die Auslandseinsätze neben der CH-53G auch über einige CH-53GS. Diese im Kampfwert gesteigerte Variante verfügt über zwei selbst abdichtende, abwerfbare Außentanks und dadurch eine auf 650 Kilometer gesteigerte Reichweite. Hinzu kommen unter anderem spezielle Triebwerksfilter, Titanrotorblätter, Nachttiefflugfähigkeit sowie Satellitennavigation. Außerdem wurden die Selbstverteidigungsmöglichkeiten der Transporthubschrauber durch verschiedene Maßnahmen verbessert.

Die CH-53G und CH-53GS sind auf zwei Regimenter mit jeweils 36 Maschinen in je zwei Staffeln aufgeteilt. Das mittlere Transporthubschrauberregiment 25 ist im oberschwäbischen Laupheim stationiert und das mittlere Transporthubschrauberregiment 15 in Rheine Bentlage im Münsterland. Hinzu kommen noch einige Maschinen bei der Heeresfliegerwaffenschule in Bückeburg bei Hannover.

Sikorsky CH-53G: Transporthubschrauber der Waffengattung Heer

Beschreibung der Aufgaben: Die Aufgabe im Kriesenfall ist vor allem der schnelle Transport von Material und Personal ins Kampfgebiet. Daneben gehörte auch die Heranführung neuer Truppen - bzw. deren Austausch - und die Evakuierung von Verletzten zu den Aufgaben der Transportflieger. Mit den Heeresfliegern können ferner bei Bedarf schnell Spezialkräfte in die Nähe ihres Einsatzortes verbracht werden.

In neuester Zeit kamen dem Hubschrauber auch zivile Aufgaben zu. So wurde beispelsweise der CH-53 in Juguslawien eingesetzt, diente im Auftrag der UNO den Kontrolleuren im Irak oder versorgte Anfang der 1990er Jahre Kurden im Kriesengebiet. Im August 2002 wurde dieser Typ erfolgreich bei der Bekämpfung der ELBE-Katastrophe eingesetzt. Zur Befestigung aufgeweichter Deiche transportierte der CH-53 dort z. T. 4 Säcke mit je einer Tonne Sand zu den neuralgischen Bereichen.

Sikorsky CH-53 - Sandsäcke zur Uferbefestigung Sikorsky CH-53 - Brandbekämpfung aus der Luft

Da zu Zeiten des “kalten Krieges” im Warschauer Packt Kampfhubschrauber vom Typ Mil Mi 24 geflogen wurden, übernahm der CH-53 auf Grund seiner vergleichbaren Größe im Westen auch bei Gefechtsmanövern die Aggressorrolle eines vermeintlichen Angreifers, indem er die Mil Mi simulierte. Das simulierte Angriffsmuster der anderen Hubschrauber bestand im Tiefflugangriff, abfeuern von ungelenkten Raketen, hochziehen, wegbrechen zur Seite hin und Übergang in den erneuten Tiefflug. Sowohl Piloten, als auch Material erreichten dabei die Leistungsgrenzen.

Sikorsky CH-53: Transporthubschrauber des Heeres

Außenlasten: Mittels Außenlasthaken kann er auch sperrige Güter bis zu 9 Tonnen befördern, jedoch nur bei teilgefüllten Treibstofftanks. Mit vollen Tanks dürfen lediglich 5,5 Tonnen mitgeführt werden. Man verwendet für den Aussenlasttransport Netze und Geschirre mit unterschiedlicher Kapazität und Tragkraft.

Laderaum: Der gräumige Laderaum fasst wahlweise 36 Sitzplätze für voll ausgerüstete Soldaten, 24 Tragen, 6 Tonnen Material oder zwei 2 Luftlandepanzer “Wiesel”.

Modernisierungen: Da Planungen vorsahen, den CH-53 noch bis etwa 2025 im Dienst zu halten, ließ die Bundeswehr bei Eurocopter diverse Maschinen für eine weitere Nutzungsdauer und “Out-of-Area”-Einsätze modernisieren. Alle Maschinen erhielten eine Zusatzpanzerung, sowie Maschinengewehre an den Türen. Die kampfgesteigerte Version GS bekam einen größeren Aktionsradius durch Einbau zusätzliche Außentanks. Ferner wurden zusätzliche Stromaggregate für Funk am Boden eingebaut, weitere Systeme zur elektronischen Selbstverteidigung und ein Nachtsichtgerät-Kompatibles Cockpit. Umfangreiche Eloka-SA-Geräte befinden sich an Bord. Für den aktuellen ISAF-Einsatzes wurden die Hunschrauber ferner durch 2 Mischinengewehre in den Türen zur Selbstverteidigung ergänzt.

Bis 2014 sollen wiederum 40 der CH-53 ein Produktverbesserungsprogramm durchlaufen zur CH-53GA, um zum einen im Systemverbund mit dem Unterstützungshubschrauber Tiger und dem Transporthubschrauber NH90 eingesetzt werden zu können und zum anderen die Zeit bis zur Verfügbarkeit eines Nachfolgemodells zu überbrücken. Der Erstflug fand am 10. Februar 2010 bei Eurocopter in Donauwörth statt.

Zur Zeit werden in der Bundeswehr noch 4 Versionen genutzt:

  • CH-53G mit IFR-Ausrüstung
  • CH-53GS, kampfwertgesteigerter Hubschrauber, mit IFR-Ausrüstung, Außenzusatztanks zur Reichweitenerhöhung, kompatibler Beleuchtung zum Nachttiefflug mit Bildverstärker-brille und EK -Selbstschutzausstattung. Zusätzlich können diese Lfz mit ballistischem Teilschutz, Triebwerkstaubabscheider sowie Selbstschutz-Bewaffnung ausgerüstet werden.
  • CH-53GE, „geschützte“ Hubschrauber, gleichen in ihrer Ausstattung der CH-53 GS nutzen jedoch zur Reichweitenerhöhung Innenzusatztanks.
  • CH-53GA, produktverbesserte (PV) Hubschrauber, mit verbesserten Fähigkeiten in der Navigation und Kommunikation sowie der Selbstschutzausstattung.

Durch verschiedene Rüstsätze können die Fähigkeiten der Hubschrauber in Teilen erhöht werden. So ist die Möglichkeit vorhanden Geräte zur Sattelitenkommunikation und für die Suche und Ortung von Personen einzubauen.

Sikorsky CH-53 - durch 2 Doorgunner ergänzt Sikorsky CH-53 - Bewaffnung durch 2 MG

Sikorsky CH-53E Super Stallion:  mit 3 Triebwerken und 7 Rotorblättern

Die Sikorsky CH-53E Super Stallion ist der größte und schwerste militärische Hubschrauber der USA. Er wurde auf Bais der CH-53 Sea Stallion durch Hinzufügen einer dritten Turbine entwickelt und fliegt für die United States Marine Corps. Die MH-53E Sea Dragon wird von der United States Navy für große Reichweiten genutzt und dient der Minensuche und Minenvernichtung. Die militärisch genutzten Hubschrauber CH-53E und MH-53E werden von Sikorsky als "S-80" bezeichneten. Derzeit ist die Version CH-53 K in der Entwicklung, die mit neuen Motoren, neue Composite-Rotorblätter und einer breiteren Kabine ausgerüstet werden.

 

Technische Daten: Sikorsky CH-53E Super Stallion

(Fremdfoto: Sikorsky)

Hersteller

Sikorsky Aircraft

Rumpflänge

22,35 m

Länge über alles

30,20 m

Höhe

8,64 m

Kabinenlänge

9,10 m

Kabinenbreite

2,29 m

Kabinenhöhe

2,00 m

Rotordurchmesser

24,08 m

Heckrotordurchmesser

6.10 m

Treibstoffkapazität

3.850 Liter + 4.920 in Zusatztanks

Max. Startgewicht

31.630 kg

Max. Startgewicht

33.340 kg (m.Außenlasten)

Leergewicht

15.070 kg

Zuladung (normal)

14.510 kg

Zuladung (m. Außenlast)

16.330 kg

Höchstgeschwindigkeit

315 km/h

Max. Reisegeschwindigkeit

280 km/h

Steigleistung

12.7m/s mit 11.340 kg Zuladung

Schwebeflughöhe (normal)

2.895 m

Schwebeflughöhe (ground effect)

3.515 m

Dienstgipfelhöhe

ca. 5.500 m

Max. Reichweite

190 km / 14.500 kg Zuladung

Max. Reichweite

740 km / 9400 kg

Max. Reichweite (Überführung)

2 075 km m. Zusatztank

Passagiere

37-55 Soldaten oder

.

24 Tragen

Waffen

2 MGs

Besatzung

4

Triebwerke

General Electric T64-GE-416

Triebwerke

General Electric T64-GE-416A

Leistung

3 x 2.755 kW

Sikorsky MH-53E Sea Dragon
Sikorsky MH-53 Sea Dragon
Sikorsky CH-53G - Rotorkopf
Sikorsky CH-53 - angeklappte Rotorblätter
Sikorsky CH-53 - Flugansicht
Sikorsky CH-53 - Flugansicht
Sikorsky CH-53 - Selbstschutz

 

Copyright © Flugzeuglexikon von Wolfgang Bredow - Berlin, Spandau

 

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