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Sikorsky CH-53 G: Transporthubschrauber der Waffengattung Heer

Sikorsky CH-53: Transporthubschrauber

Die Grundversion Sikorsky S-65 (militärische Bezeichnung CH-53) ist ein Transporthubschrauber, der zur Beförderung von Personen oder Material dient und von der US-amerikanischen Firma Sikorsky Aircraft Corporation hergestellt wird. Er wurde Anfang der 1960er Jahre als schneller, allwetterflugtauglicher und schweren Transporthubschrauber für das United States Marine Corps entwickelt. Der erste S-65-Prototyp flog am 14. Oktober 1964.

Die in die Bundeswehr eingeführte Variante führt die Typenbezeichnung CH-53G. Am 26.07.1972 erfolgte die offizielle Übergabe der „ersten“ CH-53G (84+12...) an das Heer. Insgesamt wurden 112 Hubschrauber für die Bundeswehr beschafft.

Die Geschichte der CH-53 ist gekennzeichnete von ständigen Anpassungen und Weiterentwicklungen. So wurden unter Berücksichtigung der Erfahrungen aus den ersten Auslandseinsätzen der Bundeswehr 20 Luftfahrzeuge bis 2002 zur kampfwertgesteigerten Version CH-53 GS weiterentwickelt. Seit 2006 wird mit der neuen Variante CH-53 GA ein weitere Schritt unternommen, um das Waffensystem für unterschiedliche nationale und internationale Missionsprofile anzupassen.

Angetrieben wird die CH-53 G/GS/GE/GA von zwei Triebwerken des Typs General Electric T64-7 bzw. dessen Weiterentwicklung T64-100. Die Zelle der CH-53 ist in konventioneller Halbschalenbauweise aus Aluminiumlegierungen hergestellt und teilweise mit Stahl verstärkt. Be- und entladen wird der Hubschrauber über eine Laderampe am Heck, die sich unterhalb des Heckrotorträgers befindet.

Sikorsky CH-53 G: Transporthubschrauber der Waffengattung Heer

Technische Daten:

Sikorsky CH-53 GS Sikorsky CH-53 Sikorsky CH53 Sikorsky CH-53GA

Hersteller

Sikorsky Aircraft

Länge

20,5 m

Länge über alles

26,87 m

Höhe

7,6 m

Hauptrotordurchmesser

22 m

Grundgewicht

10.180 kg incl. Tank

Abflugmasse

ca. 16.965 kg

        GS-Version

19.050 Kg

Zuladung

ca. 9.000 kg außen

.

ca. 6.000 kg innen

Transportkapazität

36 Soldaten oder 5,5t

.

Einschränkung gegebenfalls durch

.

Befüllen der Außentanks bei GS

Geschwindigkeit

ca. 300 km/h max.

Reisegeschwindigkeit

ca. 250 km/h

Marschgeschwindigkeit

215 Km/h

Reichweite

ca. 880 km (mit Zusatztanks)

Einsatzradius

175 km

        GS-Version

650 km mit 2 Außentanks

Einsatzdauer

1std 40 min

        GS-Version

mit 2 Außentanks 6 std 30 min

Antrieb

2 x General Electric T64-GE-6

Leistung

je 2.175 kW

        Antrieb GS

T64-GE-7

        Leistung GS

je 2.927 kW (2 x 3925 WPS)

Besatzung

4 (2 Piloten + 2 Bordmechaniker)

.

gegebenfalls durch 1 Observer

.

sowie 2 Doorgunner ergänzt,

.

z.B. im Rahmen d. ISAF-Einsatzes

.

.

Sikorsky CH-53G: Hubschrauber der Waffengattung Heer

Beschreibung: Einen schnellen Kampf- und Transporthubschrauber, der bei jedem Wetter einsatzfähig ist – das waren die Forderungen, die das US Marine Corps Anfang der 1960er Jahre an die Industrie stellte. Die spätere CH-53 "Sea Stallion" ("See Hengst") der Sikorsky Aircraft Corporation überzeugte und so wurden im Herbst 1967, rund drei Jahre nach dem Erstflug, die ersten Hubschrauber an das US Marine Corps ausgeliefert.

Andere Versionen gingen später unter anderem an die US Air Force und an die US Navy. Zwischen 1972 und 1975 entstand schließlich die CH-53G, wobei das G für "Germany" stand. Insgesamt wurden in diesem Zeitraum 110 Exemplare dieser Variante des mittleren Transporthubschraubers für die Heeresflieger gebaut, zu über 98 Prozent in Lizenz von verschiedenen deutschen Luftfahrtunternehmen.

Die Besatzung der CH-53G besteht aus vier bis sieben Mann. In der 9,15 Meter langen, 2,25 Meter breiten und 1,98 Meter hohen Kabine können bis zu 36 Soldaten oder 5,5 Tonnen Fracht, wie etwa zwei Luftlandepanzer vom Typ Wiesel, transportiert werden. Als Außenlast kann der Transporthubschrauber an einem Lasthaken sogar über sieben Tonnen mitnehmen. Der Einsatzradius der CH-53G beträgt dabei 175 Kilometer.

Mittlerweile verfügen die Heeresflieger für die Auslandseinsätze neben der CH-53G auch über einige CH-53GS. Diese im Kampfwert gesteigerte Variante verfügt über zwei selbst abdichtende, abwerfbare Außentanks und dadurch eine auf 650 Kilometer gesteigerte Reichweite. Hinzu kommen unter anderem spezielle Triebwerksfilter, Titanrotorblätter, Nachttiefflugfähigkeit sowie Satellitennavigation. Außerdem wurden die Selbstverteidigungsmöglichkeiten der Transporthubschrauber durch verschiedene Maßnahmen verbessert.

Die CH-53G und CH-53GS waren auf zwei Regimenter mit jeweils 36 Maschinen in je zwei Staffeln aufgeteilt. Das mittlere Transporthubschrauberregiment 25 war im oberschwäbischen Laupheim stationiert und das mittlere Transporthubschrauberregiment 15 in Rheine Bentlage im Münsterland. Hinzu kamen noch einige Maschinen bei der Heeresfliegerwaffenschule in Bückeburg bei Hannover.

Mit der Strukturreform ging die Entscheidung einher im Rahmen des Fähigkeitstransfers den taktischen Lufttransport bei der Luftwaffe zu konzentrieren. Damit findet die CH-53 ab 2013 ihre neue Heimat im Hubschraubergeschwader 64 der Luftwaffe. Der einzige Hubschrauberverband der Luftwaffe ist an den Standorten Laupheim (mit Geschwaderstab) und Holzdorf/Schönewalde gelegen. Er wird über 60 Einsatzluftfahrzeuge verfügen. (Stand: 2013)

Sikorsky CH-53G - Flugansicht

Beschreibung der Aufgaben: Die Aufgabe im Kriesenfall ist vor allem der schnelle Transport von Material und Personal ins Kampfgebiet. Daneben gehörte auch die Heranführung neuer Truppen - bzw. deren Austausch - und die Evakuierung von Verletzten zu den Aufgaben der Transportflieger. Mit den Heeresfliegern können ferner bei Bedarf schnell Spezialkräfte in die Nähe ihres Einsatzortes verbracht werden.

In neuester Zeit kamen dem Hubschrauber auch zivile Aufgaben zu. So wurde beispelsweise der CH-53 in Juguslawien eingesetzt, diente im Auftrag der UNO den Kontrolleuren im Irak oder versorgte Anfang der 1990er Jahre Kurden im Kriesengebiet. Im August 2002 wurde dieser Typ erfolgreich bei der Bekämpfung der ELBE-Katastrophe eingesetzt. Zur Befestigung aufgeweichter Deiche transportierte der CH-53 dort z. T. 4 Säcke mit je einer Tonne Sand zu den neuralgischen Bereichen.

Da zu Zeiten des “kalten Krieges” im Warschauer Packt Kampfhubschrauber vom Typ Mil Mi 24 geflogen wurden, übernahm der CH-53 auf Grund seiner vergleichbaren Größe im Westen auch bei Gefechtsmanövern die Aggressorrolle eines vermeintlichen Angreifers, indem er die Mil Mi simulierte. Das simulierte Angriffsmuster der anderen Hubschrauber bestand im Tiefflugangriff, abfeuern von ungelenkten Raketen, hochziehen, wegbrechen zur Seite hin und Übergang in den erneuten Tiefflug. Sowohl Piloten, als auch Material erreichten dabei die Leistungsgrenzen.

Außenlasten: Mittels Außenlasthaken kann er auch sperrige Güter bis zu 9 Tonnen befördern, jedoch nur bei teilgefüllten Treibstofftanks. Mit vollen Tanks dürfen lediglich 5,5 Tonnen mitgeführt werden. Man verwendet für den Aussenlasttransport Netze und Geschirre mit unterschiedlicher Kapazität und Tragkraft.

Laderaum: Der gräumige Laderaum fasst wahlweise 36 Sitzplätze für voll ausgerüstete Soldaten, 24 Tragen, 6 Tonnen Material oder zwei 2 Luftlandepanzer “Wiesel”.

Modernisierungen: Da Planungen vorsahen, den CH-53 noch bis etwa 2025 im Dienst zu halten, ließ die Bundeswehr bei Eurocopter diverse Maschinen für eine weitere Nutzungsdauer und “Out-of-Area”-Einsätze modernisieren. Alle Maschinen erhielten eine Zusatzpanzerung, sowie Maschinengewehre an den Türen. Die kampfgesteigerte Version GS bekam einen größeren Aktionsradius durch Einbau zusätzliche Außentanks. Ferner wurden zusätzliche Stromaggregate für Funk am Boden eingebaut, weitere Systeme zur elektronischen Selbstverteidigung und ein Nachtsichtgerät-Kompatibles Cockpit. Umfangreiche Eloka-SA-Geräte befinden sich an Bord. Für den aktuellen ISAF-Einsatzes wurden die Hunschrauber ferner durch 2 Mischinengewehre in den Türen zur Selbstverteidigung ergänzt.

Bis 2014 sollen wiederum 40 der CH-53 ein Produktverbesserungsprogramm durchlaufen zur CH-53 GA, um zum einen im Systemverbund mit dem Unterstützungshubschrauber Tiger und dem Transporthubschrauber NH90 eingesetzt werden zu können und zum anderen die Zeit bis zur Verfügbarkeit eines Nachfolgemodells zu überbrücken. Der Erstflug fand am 10. Februar 2010 bei Eurocopter in Donauwörth statt.

Zur Zeit werden in der Bundeswehr noch 4 Versionen genutzt:

  • CH-53G mit IFR-Ausrüstung
  • CH-53GS, kampfwertgesteigerter Hubschrauber, mit IFR-Ausrüstung, Außenzusatztanks zur Reichweitenerhöhung, kompatibler Beleuchtung zum Nachttiefflug mit Bildverstärker-brille und EK -Selbstschutzausstattung. Zusätzlich können diese Lfz mit ballistischem Teilschutz, Triebwerkstaubabscheider sowie Selbstschutz-Bewaffnung ausgerüstet werden.
  • CH-53GE, „geschützte“ Hubschrauber, gleichen in ihrer Ausstattung der CH-53 GS nutzen jedoch zur Reichweitenerhöhung Innenzusatztanks.
  • CH-53GA, produktverbesserte (PV) Hubschrauber, mit verbesserten Fähigkeiten in der Navigation und Kommunikation sowie der Selbstschutzausstattung.

Durch verschiedene Rüstsätze können die Fähigkeiten der Hubschrauber in Teilen erhöht werden. So ist die Möglichkeit vorhanden Geräte zur Sattelitenkommunikation und für die Suche und Ortung von Personen einzubauen.

 

 

Copyright © Flugzeuglexikon von Wolfgang Bredow - Berlin, Spandau

 

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