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Dayton Air Show

(Ohio / USA)

Die “Blue Angels” sind eine Kunstflugstaffel der Navy und Marine Corps der USA. Die Flugstaffelflieger nutzen heute 6 Kampfflugzeuge vom Typ McDonnell Douglas F/A-18 Hornet. Die Blue Angels wurden 1946 gegründet und treten heute jedes Jahr vor über 8 Millionen Zuschauern auf. 4 Flugzeuge der Blue Angels bleiben während der Flugshow meistens in verschiedenen Formationen zusammen, die anderen beiden fliegen als Solo-Maschinen auch Einzelmanöver oder in spektakulärer Weise auf die anderen zu. Die Flugshow beginnt mit dem Service-Transporter C-130T Hercules "Fat Albert", der mit 8 Booster-Raketen (JATO) startet. Die schwere Transportmaschine steigt dadurch in 15 Sekunden in einem 45-Grad-Winkel auf 300 Meter Höhe. Stationiert sind die Blues Angels auf der Naval Air Station Pensacola in Florida und unterstehen dem für die Ausbildung von Piloten zuständigen Kommandobereich der US Navy.

Technische Daten: F/A-18 A-D Hornet

(betrifft nicht Abbildung !!)

Besatzung A- + C-Modell 1 Pilot
B- + D-Modell 1 Pilot und
. 1 Waffensystemoffizier
Antrieb 2 x General Electric
Typ F404/402-GE-400
Art Turbofans
Leistung je 79 kN Schub
Länge 17,07 m
Flügelspannweite 11,43 m
Höhe 4,66 m
Flügelfläche 37,16 m²
Tragflächenbelastung Maximal 684 kg/m²
Leermasse 10.455 kg
Startgewicht 16.850 kg
max. Abflugmasse 25.400 kg
max. Treibstoffkapazität 5.125 kg (intern)
Höchstgeschwindigkeit Mach 1,7+
Dienstgipfelhöhe 15.240 m
Einsatzeichweite 540 km bewaffnet
Flugreichweite 2.000 km
. 2.800 km mit 3 Zusatztanks
Flugdauer ca. 2 Std.
maximale Waffenlast 7.710 kg
Bewaffnung 1 x 20 mm-Gatlinggeschütz
. gelenkte und ungel. Bomben
. Minen und Raketen

Die Blue Angels: Das Geschwader der US-Navy für Kunstflug

Die Kunstflugstaffel Blue Angels hat den politischen Zweck Rekruten für die US-Navy und Marine Corps zu interessieren und Bürger für die gewählte Regierung zu begeistern. Im Ausland sollen die Blue Angels die USA bei befreundeten Ländern repräsentieren. Sie dienen dort als positive Vorbilder und Goodwill-Botschafter. Jede Flugvorführung der Blue Angels dient auch der Verfeinerung von Fähigkeiten der Marineflieger.

Das Transportflugzeug der Blue Angels, die C-130 Hercules - liebevoll “Fat Albert” genannt - beginnt jede Demonstration und zeigt seine Leistungsfähigkeit bei einer 10-minutigen Flugdarbietung. Danach beginnt der Höhepunkt der Show mit den Formationsflügen von 4 Kampfmaschinen der Flugstaffel, in Abstimmung mit den rasant anfliegenden beiden Solo-Flugzeugen. Die Flugshow endet dann mit dem Vorbeiflug aller 6 Maschinen als Einheit in Delta-Formation.

Während der Flugsaison ist das Team auf dem Forrest Sherman Field der Naval Air Station in Pensacola, Florida, stationiert. Außerhalb der Saison, in der Zeit von Januar bis März, nutzt das Geschwader die Zeit zur Schulung der Piloten und um neue Team-Mitglieder beim “Naval Air Facility El Centro” in Kalifornien auszubilden.

2010 feierten die Blue Angels ihr 23. Jahr mit der F/A-18 Hornet. In der Saison absolvierte die Flugstaffel an 35 Flugstandorten 68 Vorführungen in den Vereinigten Staaten. Im laufe des Jahres sahen etwa 8 Millionen Fans die Blue Angels. Seit seiner Gründung im Jahr 1946 haben die Blue Angels mehr als 463 Millionen Zuschauer bewundern dürfen.

Fat Albert Airlines: Service-Maschine der Blue Angels

Ein Teil der Besatzung der Marine Corps - bestehend aus 3 Offizieren und 5 Mannschaftsdienstgraden - betreibt die Lockheed Martin C-130T Hercules, liebevoll “Fat Albert Airlines” genannt. Die Fat Albert trat dem Team im Jahr 1970 bei und fliegt mehr als 225.000 km pro Saison. Sie befördert 40 Mann Wartungs- und Support-Personal, die Ausrüstung, viele Ersatzteile und die erforderliche Kommunikationstechnik, die man benötigt, um eine Flugschau erfolgreich durchzuführen.

Die Fat Albert fliegt mit einer Geschwindigkeit von max. 592 km/h in 8.250 Meter Höhe. 4 Allison Turboprop-Motore mit mehr als 16.000 WPS sorgen für ordentlich Schub, um auf Start- und Landebahnen mit nur 760 m Länge operieren zu können.

Zu Beginn der Flugshow demonstriert die Fat Albert seine Jet-Starthilfe JATO (= Jet Assisted Take Of). 8 Feststoffraketentreibsätze, 4 auf jeder Seite, in der Nähe der hinteren Ladeluke erhöhen den Schub beträchtlich. Dadurch reduziert sich die Länge der Startbahn auf 450 Meter, und die schwere Transportmaschine steigt in 15 Sekunden in einem 45-Grad-Winkel auf 300 Meter Höhe. Die Fat Albert simuliert dabei Bedingungen in feindlicher Umgebung oder auf kurzen unbefestigten Pisten.

Die Offiziere der Blue Angels:

Insgesamt dienen 16 Offiziere freiwillig den Blue Angels. Jedes Jahr wählt das Team in der Regel 3 taktische Kampfpiloten, 2 Offiziere zur Unterstützung und einen Piloten für die C-130 Hercules aus den Marine Corps neu aus. Der Chief of Naval Air Training wählt den "Boss", der dann den Blue Angels als Kommandeur vorsteht. Als Voraussetzung muss dieser 3.000 Flugstunden auf einem Kampfjet nachweisen und ein taktisches Jagdgeschwader befohlen haben. Dieser “Commanding Officer” fliegt die Nr. 1 der Kunstflugstaffel.

Die übrigen Staffelmitglieder 2 bis 6 bzw. 7 müssen ebenfalls Qualifikationen für Starts und Landungen auf Flugzeugträgern mitbringen und 1.250 Flugstunden auf Kampfjets nachweisen. Das Staffelmitglied Nr. 8 ist für die Koordination der Veranstaltung verantwortlich und muss die gleichen Qualifikationen mitbringen. Die Piloten der Marine Corps für das Tranportflugzeug C-130 Hercules müssen 1.200 Stunden als Kommandant solcher Maschinen geflogen sein.

Die Offiziere für Transport, Wartung, Administration, Versorgung und Flugmedizin dienen der Unterstützung. Kriterium für deren Auswahl sind professionelle Fähigkeiten, Kommunikationsfähigkeit und militärische Haltung. Alle Mitwirkenden sind Anhänger der Blue Angels und nach außen hin Vertreter ihrer Flotte.

Die Piloten der Vorführungen, die Koordinatoren, die Wartungsoffiziere und der Fliegerarzt dienen der Staffel 2 Jahre lang. Die anderen Offiziere bleiben in der Regel drei Jahre bei der Mannschaft.

Wartung und Support:

Das Supportteam der Blue Angels setzt sich aus dem Veranstaltungskoordinator, dem Wartungsoffizier, dem Fliegerarzt, dem Verwaltungsoffizier, dem Versorgungsoffizier, dem Offizier für Öffentlichkeitsarbeit und ca. 110 angeworbenen Freiwilligen der Navy und Marine Corps zusammen. Wechselnde Besatzungen von rund 45 Teammitglieder reisen zu den unterschiedlichen Veranstaltungorten mit. Alle Bewerber kommen nur auf Grund von Empfehlungen ihrer Kommandeuren zu den Blue Angels. Die große Anzahl an Bewerbern sichert dem Geschwader in seiner Tradition eine exellente Professionalität der Marine. Nach dem Abschluß ihrer mehrjährigen Tour bei den Blue Angels setzen die Mitglieder ihre Marine-Karriere fort.

Das ausgewählte Personal absolviert mit der Staffel eine 3-Jahrestour. Obwohl jedes Teammitglied Kompetenz und Spezialwissen mitbringt wird von jedem erwartet, dass er darüber hinaus als Beitrag zur Gesamteffizienz der Blue Angels Engagement mitbringt.

Geschichte der Blue Angels:

Am Ende des Zweiten Weltkriegs ordnete das “Chief of Naval Operations”, Chester W. Nimitz, die Bildung eines Teams für Flugvorführungen zur Information der Öffentlichkeit und für Navy-Interessierte an. Die Blue Angels führten ihre erste Flugvorführung ein Jahr später im Juni 1946 auf ihrer Heimatbasis, Naval Air Station (NAS) Jacksonville, Florida, durch. LCDR Roy "Butch" Voris führte das erste Team, das mit Flugzeugen der Marke Grumman F6F Hellcat flog, ein einmotoriges amerikanisches Trägerjadgflugzeug des 2. Weltkriegs.

Zwei Monate später, am 25. August 1946, stellten die Blue Angels auf Grumman Bearcat F8F um. Das um Robert Clarke geführte Team stellte 1947 die mittlerweile berühmte "Diamant-Formation”.

Ende der 1940er Jahre flogen die Blue Angels ihr erstes Düsenflugzeug, die Grumman F9F-2 Panther. Als Reaktion auf die Anforderungen des Luftkriegs im koreanischen Konflikt wurde das Team auf den Flugzeugträger USS Princeton als “Kern Fighter Squadron 191” (VF-191), "Satan's Kittens", im Jahr 1950 stationiert.

Das Team wurde im darauf folgenden Jahr reorganisiert und auf das NAS Corpus Christi, Texas, stationiert, wo sie auf die neuere und schnellere Version des Panther, der F9F-5 umgestellt wurde. Die Blue Angels blieben im Corpus Christi bis zum Winter 1954, als sie zu ihrer jetzigen Heimatbasis bei NAS Pensacola, Florida verlegt wurden. Hier stiegen sie auf die mit Pfeilflügeln versehene Grumman F9F-8 Cougar um.

Später wurde auf die Flugzeuge Grumman F11F-1 Tiger (1957) und McDonnell Douglas F-4J Phantom II (1969) umgestellt.

Ab Dezember 1974 flog das “Navy Flight Demonstration Team” Douglas A-4F Skyhawk II und wurde als “Navy Flight Demonstration Squadron” reorganisiert. Diese Neuorganisation erlaubt die Einrichtung des ersten Kommandanten (CDR Tony Less) anstelle eines einfachen Staffelführers, Rekrutierung von Offizieren und zusätzlichem Personal zur Unterstützung des neu definierten Geschwaders, um die Beschaffung zu verbessern.

Am 8. November 1986 stiegen die Blue Angels in ihrem 40. Jubiläumsjahr auf die aktuelle McDonnell Douglas F/A-18 Hornet um, ihrem ersten zweistrahligen Kampfflugzeug.

Im Jahr 1992 besuchten mehr als eine Million Menschen Auftritte der Blue Angels während eines 30-tägigen europäischen Showprogramms in Schweden, Finnland, Russland, Rumänien, Bulgarien, Italien, England und Spanien.

2009 brachte die Saison mehr als 8 Millionen Zuschauer. Seit 1946 haben die Blue Angels mehr als 463 Millionen Menschen gesehen.