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Flugzeuge imImperial War MuseumDuxford

- Das größte Flugzeugmuseum in Europa -

Die BAC 167 Strikemaster ist ein strahlgetriebenes Flugzeug, das zur Schulung und für Bodenangriffe vorgesehen war. Die Geschichte der BAC Strikemaster beginnt Anfang der 50er Jahre, als die Royal Air Force (RAF) ein neues Schulflugzeug suchte, welches die älteren Typen aus der Kriegszeit ersetzen sollte.

Die Firma Percival Aircraft konstruierte einen robusten Tiefdecker mit festem Fahrwerk und, damals noch selten, nebeneinander liegenden Sitzen für Lehrer und Schüler. So wurde ein Problem der älteren kolbengetriebenen Typen wie der T-6 Texan/Havard gelöst, nämlich die schlechte Sicht des Fluglehrers nach vorn.

Der Prototyp flog 1950 zum ersten mal und das Flugzeug wurde als Hunting Percival Provost T1 von der Royal Air Force ab 1953 als propellergetriebenes Standardschulflugzeug in Dienst gestellt. Die Firma Percival wurde 1954 ein Teil der Hunting-Gruppe. Die Hunting Percival wiederum wurde später von der British Aircraft Corporation (BAC) übernommen. Als die Produktion 1956 auslief, waren ca. 490 Maschinen entstanden.

Nun war damals das Ausbildungssystem alles andere als logisch aufgebaut, denn der Flugschüler kam vom Propellerflugzeug sofort auf die Trainingsversion der De Havilland D.H.100 Vampire, einem ausgewachsenen aktuellen Kampfjet, wenn auch schon etwas in die Jahre gekommen. Bei Hunting reifte die Idee, ein Flugzeug zu bauen, welches die Leistungslücke zwischen Provost und Vampire schließt. Man nahm Flügel und Leitwerk der propellergetriebenen Provost und konstruierte den Rumpf so um, dass das Strahltriebwerk “Viper” eingebaut werden konnte.

Die Royal Air Force bestellte im März 1953 zehn dieser Maschinen und das erste Flugzeug wurde im Juni 1954 geflogen. Im Jahr 1955 wurde dieses Modell als Jet Provost T1 in Dienst gestellt. Dieses Muster erwarb sich bald einen guten Ruf wegen seiner Wirtschaftlichkeit und fast sprichwörtlichen Robustheit, welchen den russischen Konstruktionen in nichts nachstand. Im Laufe der Jahre wurden Flügelspitzentanks, Schleudersitze, stärkere Triebwerke und eine Druckkabine eingebaut und strukturelle Verstärkungen an den verschiedenen Versionen vorgenommen.

Bei BAC, die Hunting-Gruppe war mittlerweile in diesem Konsortium aufgegangen, kam man auf den Einfall, die Jet Provost zum Waffentrainer und für den Kriegsfall zum leichten Angriffsflugzeug auszubauen. Ein Waffentraining war mit der Urversion nur stark eingeschränkt möglich. Das nun als BAC 167 bezeichnete Flugzeug hat zwei festeingebaute MGs und Unterflügelstationen für eine Gesamtlast von 1.360 kg und wurde nun Strikemaster getauft und entspricht der Royal Air Force-Version Jet Provost T5. Die Royal Air Force hat den Namen “Strikemaster” nie benutzt “!

Dieser Typ wurde so für viele kleinere Luftwaffen die erste Wahl. Exportiert wurde das Flugzeug nach Ecuador, Kenia, Kuwait, Neuseeland, Oman, Singapur, Sudan und Saudi-Arabien. Die Flugzeuge von Oman haben nachweislich Kampfeinsätze geflogen und sich gut bewährt. Die Royal Air Force ersetzt die Jet Provost/Strikemaster Anfang der 90er Jahre durch die BAE Hawk. Die Neuseeländer haben ihre Luftwaffe mittlerweile aufgelöst und die Kampfflugzeuge verkauft. Die Strikemaster ist immer noch im Einsatz und wird heute von der British Aerospace, worin BAC aufgegangen ist, betreut.

Technische Daten:

Länge 10,27 m
Höhe 3,34 m
Spannweite 11,23 m
Triebwerk Rolls-Royce Viper Mk 535
Art Strahltriebwerk
Leistung 1.547 kp Schub
Geschwindigkeit 770 km/h
Dienstgipfelhöhe 12.200 m
Reichweite etwa 400 km mit Waffen
Leergewicht 2.8010 kg
Startgewicht 5.215 kg max.
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Technische Kurzbeschreibung:

Rumpf:

Ganzmetall-Halbschalenbauweise; Druckkabine, zwei Schleudersitze nebeneinander; Triebwerk hinter dem Cockpit.

Tragwerk:

freitragender Tiefdecker in Ganzmetallbauweise mit Haupt- und Hilfsholm; hydraulisch betätigte Spalt-Landeklappen; Luftbremsen vor den Klappen am hinteren Holm.

Leitwerk:

freitragende Normalbauweise in Ganzmetall.

Fahrwerk:

hydraulisch betätigt, einziehbar; Bugrad steuerbar; Scheibenbremsen; ölpneumatische Dämpfung