Ihre Meinung, Ihre Fragen

Flugzeuge im
U.S. Air Force Museum
Dayton / Ohio

- Das größte Flugzeugmuseum der Welt -

Martin EB-57B Canberra: US-Lizenzbau der englischen “English Electric Canberra”

Martin EB-57B Canberra: US-Lizenzbau der englischen "English Electric Canberra"

Am Beginn der fünfziger Jahre übernahm die Flugzeugfirma Martin von Großbritannien die Lizenzrechte zur Produktion der „English Electric Canberra B Mk.2” von BAC, dem erster Düsenbomber Englands. In der USA sollte das Flugzeug als Aufklärer über sowjetischem Gebiet eingesetzt werden.

Das erste Flugzeug dieser Baureihe startete im Juli 1953 unter der Bezeichnung B-57 zum Probeflug. 1956 lieferte Martin die erste RB-57D als Höhenaufklärer mit Kameras und vielfältigen elektronischen Geräten an die “4025th Strategic Reconnaissance Squadron”, die bis 1960 viele Aufklärungs-Missionen auf der ganzen Welt flog.

Die Martin RB-57D Canberra unterschied sich deutlich von der früheren B-57. Sie hatte viel längere Flügel, eine leichte interne Wabenstruktur und stärkere Pratt & Whitney J57 P-9 Triebwerke. Firma Martin gebaut 20 RB-57D in 3 Varianten:

  • 13 einsitzige Fotoaufklärer, die in der Luft aufgetankt werden konnten.
  • 1 einsitziges Radarflugzeug und
  • 6 zweisitzige elektronische Aufklärer.

Die Martin B-57B war eine Weiterentwicklung der B-57A für taktische Nachteinsätze. Sie hatte 2 Tandemsitze, 8 MGs und 4 Maschinenkanonen, Rotationsmrchanismus für Bomben und Flügelpylone für Bomben oder Raketen unter den Flügeln. Die Martin EB-57B war eine umgebaute B-57B mit zusätzlicher Kameraausrüstung und Elektronik.

Als letzte wesentliche Änderung entstand die RB-57 F, die von General Dynamics umgebaut wurde. Bei diesem Aufklärer für extreme Höhen wurden noch längere Tragflügel mit einer Spannweite von 37,19 Meter und stärkere Triebwerke eingebaut. Außerdem erhielt die Maschine 2 in Gondeln angebrachte zusätzliche Triebwerke. Der Rumpf wurde zur Aufnahme weiterer elektronischer Geräte verlängert. Im Juli 1964 erhielt die USA die ersten von 12 RB-57F als Wetteraufklärer. Zwischen 1964 und 1970 gab es zahlreiche weitere Umbauten für unterschiedliche Aufgaben. Die RB-57F wurde in den frühen 1970er Jahren ausgemustert.

Martin B-57 Canberra: US-Lizenzbau der englischen "English Electric Canberra"

Technische Kurzbeschreibung:

  • Rumpf: Ganzmetall-Halbschalenbauweise mit kreisförmigem Querschnitt - aufgesetzte Kabine.
  • Tragwerk: Ganzmetallbauweise - Außenflügel mit extremer Spannweite in Trapezform.
  • Leitwerk: Normalbauweise - tief angesetztes Höhenleitwerk in V-Form.
  • Fahrwerk: einziehbar - Bugstrebe mit Zwillingsrädern.

Technische Daten:

  • Besatzung: 1 oder 2 je nach Variante
  • Antrieb: 2 x Pratt & Whitney J57 P-9
  • Art: Turbojets
  • Leistung: je 44,5 kN
  • Höchstgeschwindigkeit: ca. 965 km/h in 13.715 m
  • Reisegeschwindigkeit: ca. 778 km/h in 19.810.m
  • Radius: ca. 3.220 m
  • Dienstgipfelhöhe: ca. 21.335 m
  • Spannweite: 32,21 m
  • Länge: ca. 20 m je nach Variante
  • Höhe: 4,78 m
  • maximales Startgewicht: ca. 26.761 kg
Martin B-57 Canberra: Lizenzbau der USA zum Bau der englischen "English Electric Canberra"
MARTIN B-57B CANBERRA - Cockpit vorne
Martin B-57B Canberra - Cockpit links
MARTIN B-57B CANBERRA Cockpit
Martin B-57B Canberra - Cockpit hinten
Martin B-57B Canberra - hinteres Cockpit

 

Copyright © Flugzeuglexikon von Wolfgang Bredow - Berlin, Spandau

 

Loading