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Pratt and Whitney JT3 C-7 (J-57): ab 1950 in vielen Flugzeugen verwendet

Pratt and Whitney JT3

Beschreibung:

Das J57 ist ein Turbojettriebwerk, das der US-amerikanische Hersteller Pratt & Whitney Ende der 1940er Jahre für die US-Luftwaffe entwickelte und ursprünglich unter der zivilen Bezeichnung JT3 bis 1965 in großen Stückzahlen auch für den zivilen Markt baute.

Im März 1947 begann Pratt & Whitney mit der Entwicklung seines JT3. Das Triebwerk arbeitete nach dem Prinzip der zwei koaxialen Wellen. Diese Konstruktion, mit Niederdruck-Verdichter und -Turbine auf der einen und Hochdruck-Verdichter und -Turbine auf der zweiten Welle, bildete die Grundlage für den Erfolg des Modells. Es bot höhere Leistung bei vermindertem Verbrauch und ermöglichte Jahre später sogar die Weiterentwicklung zum Turbofantriebwerk (JT3D/TF33).

1948 schlug die US-Luftwaffe das JT3 für die Motorisierung des geplanten neuen B-52-Bombers vor, das zu dieser Zeit die militärische Bezeichnung J57 erhielt. Im Laufe des Jahres 1950 fanden erste Triebwerkstestläufe statt, und am 8. März 1951 folgte der Erstflug eines J57, zumächst aber bei einem anderen Flufzeug. am 15. April 1952 fand dann der Erstflug der Boeing B-52 mit sog. acht YJ57-P-3 statt.

Für die Verwendung in Kampfflugzeugen rüstete Pratt & Whitneys das J57 mit Nachbrenner aus, was den Maximalschub auf 87,2 kN erhöhte. Das J57 ist eines der ersten Produkte der industriellen Serienfertigung, bei denen Titan als Werkstoff zum Einsatz kam. 1958 begann Pratt & Whitney mit der Weiterentwicklung des JT3 C / J57 zum Turbofantriebwerk.

Insgesamt über 21.000 Turbojettriebwerke des Typs JT3/J57 baute Pratt & Whitney von 1951 bis 1965.

Verwendung:

Das J57 diente im militärischen Bereich neben der Boeing B-52 und der Convair YB-60 weiteren Flugzeugen der US-Luftwaffe und -Marine als Antrieb: Den verschiedenen Versionen der Boeing C-135-Familie (u. a. Boeing KC-135, Boeing RC-135), North American F-100, McDonnell F-101, Convair F-102, Martin B-57, Lockheed U-2, Bell X-16, Douglas A-3D, Douglas F4D, Douglas F5D, Vought F8U und dem Marschflugkörper SM-62 Snark.

Im zivilen Bereich kam dieser Triebwerkstyp unter der Herstellerbezeichnung JT3C ab 1954 zunächst bei der Boeing 367-80 zum Einsatz, später dann in den frühen Versionen der Boeing 707, Boeing 720 und Douglas DC-8.

Pratt and Whitney JT3

 

Copyright © Lexikon der Flugzeuge und Hubschrauber von Wolfgang Bredow - Berlin, Spandau

 

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