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Fokker VFW 614: Merkmal des Flugzeugs ist die Triebwerkmontage auf Pylonen über den Tragflächen

Fokker VFW 614: Merkmal des Flugzeugs ist die Triebwerkmontage auf Pylonen über den Tragflächen

Technische Daten:

VFW 614 Attas

Flugzeugname

VFW-Fokker 614

Spannweite

21,.50 m

Länge

20,60 m

Höhe

7,48 m

Max. Kabinenbreite

2,66 m

Max. Kabinenhöhe

1,92 m

Flügelfläche

64 m²

Flächenbelastung

311,7kg/m²

Max. Tankkapazität

6.320 Liter

Max. Startgewicht

19.960 kg

Einsatz-Leergewicht

12.810 kg

Max. Nutzlast

4.100 kg

Höchstgeschwindigkeit

780 km/h

Max. Reisegeschwindigkeit

735 km/h

wirtschaftl. Geschwindigkeit

720 km/h

Landegeschwindigkeit

160 km/h

Startrollstrecke

ca. 850 m

Landerollstrecke

ca. 620 m

Max. Flughöhe

7.600 m

Reichweite Überführung

ca. 2.000 km

Max. Reichweite

1.200km (40 Passagiere)

Max. Passagiere

44

Besatzung

2

Triebwerke

 RR/SNECMA M 45 H 501

Triebwerksanzahl

2

Schubkraft

3.300 kp

Geschichte und Entstehung:

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden im westen Deutschlands wegen Verbote der Besatzungsmächte und aufgrund Geldmangels mehr als 20 Jahre lang keine Verkehrsflugzeuge produziert. Erst in den 60er Jahren begann eine Zusammenschluß mehrerer bundesdeutscher Flugzeugfirmen, anfangs Entwicklungsring Nord (ERNO) und später Vereinigte Flugtechnische Werke (VFW) genannt, sich Gedanken über ein mit Turbinen angetriebenes Flugzeug zu machen. Dabei versuchten sie nicht, in den von Boeing und Douglas Commercial beherrschten Markt der großen Verkehrsflugzeuge einzudringen, sondern orientierten sich mehr nach "unten", auf den wachsenden Markt für Flugzeuge bis 50 Passagiere.

Zielsetzung und Ergebnisse:

Es sollte ein Flugzeug für Entwicklungsländer und den Betrieb unter schweren Bedingungen gebaut werden.

Das auffälligste Merkmal der VFW 614 ist die Triebwerkmontage auf Pylonen über den Tragflächen, die deshalb erfolgte, weil zum Einsatz auf schlechten Pisten ein kurzes und kräftiges Fahrwerk benötigt wurde. Dadurch wird auch das Einsaugen von Steinen und anderen Gegenständen in die Triebwerke sowie die Störung der Luftströmung vor den Triebwerksöffnungen vermieden. Die hohe Triebwerksmontage erlaubt auch die Ausrüstung mit einem ungeteilten Klappensystem und bietet für den Fall einer Notlandung oder eines Triebwerksbrandes größere Sicherheit.

Ein interessanter Nebeneffekt der Triebwerksanordnung war, dass die Tragflächen die Triebwerke bei Überflug, Start und Landung abschirmten und die VFW 614 dadurch ein relativ leises Flugzeug seiner Zeit war. Airodynamische Vorteile brachten die oben befindlichen Triebwerke ebenfalls. Beim Durchstarten zieht die Maschine nicht einfach nach oben, wie dass sonst meist der Fall ist.

Am Ende der Entwicklungsphase war die VFW 614 - bis auf die Triebwerksanordnung - äußerlich dann doch etwas konventioneller geraten, als man anfangs vorgesehen hatte. Die VFW 614 ist ein Tiefdecker mit gepfeilten Tragflächen. Die VFW erhielt umfangreiche Luftbremsen und Radbremsen mit ABS. Dadurch ist die Start- und Landestrecke mit 1.300 bzw. 1.000 Meter für derartige Flugzeuge sehr kurz. Die Kabine ist für 40 bis 44 Passagiere in 4 Sitzreihen ausgelegt. Eine verlängerte Version war geplant, wurde aber nicht verwirklicht.

Ab 1966 wurde das Projekt von der Bundesregierung finanziell unterstützt. Da für die VFW die Entwicklung eines Verkehrsflugzeuge Neuland war , suchte man nach Partnern, die das Risiko mit übernehmen und sich an der Herstellung beteiligen würden. Die Niederländischen Fokker-Werke sagten zu, und so wurde 1969 aus der VFW 614 die VFW-Fokker 614, die 1971 zum Erstflug startete. Allerdings wurden die Testflüge von einem tragischen Unfall überschattet. Bei einem Testflug in 1972 kam es zum “Flattern” des Höhenruders. Das Flugzeug geriet außer Kontrolle und stürzte ab.

Dennoch schien die VFW-Fokker 614 einen guten Start zu haben. Mitte 1971 hatte VFW-Fokker bereits 26 Optionen und Bestellungen erhalten. Man ging davon aus, dass man ab 175 verkauften Exemplaren Gewinn einfahren würde. Genau zu diesem Zeitpunkt gab es Probleme mit dem Triebwerkshersteller, so dass man erneut umdisponieren musste. Nach und nach erhielt man aber alle relevanten Zulasungen. Die erste Serienmaschine flog am 28. April 1975. Aber das hoffnungsvoll begonnene Projekt sollte in einem ökonomischen Desaster enden. Bestellungen blieben aus und 1977 wurde das Projekt VFW-Fokker 614 nach der Fertigung von 10 Serienmaschinen und 3 Prototypen offiziell geschlossen.

Eine Maschine wurde für das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in das Test- und Forschungsflugzeug "Advanced Technologies Testing Aircraft System - “ATTAS" umgebaut und wird immer noch für Forschungsaufgaben genutzt.

Fokker VFW 614: Merkmal des Flugzeugs ist die Triebwerkmontage auf Pylonen über den Tragflächen

 

Copyright © Flugzeuglexikon von Wolfgang Bredow - Berlin, Spandau

 

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