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Fokker E-III: 1. Jagdflugzeug der Welt mit einem synchronisierten Maschinengewehr

Fokker E-III: 1. Jagdflugzeug der Welt mit einem synchronisierten Maschinengewehr

Die Fokker E-Typen waren die 1. Jagdflugzeuge der Welt, die mit einem synchronisierten Maschinengewehr durch den Propellerkreis in Flugrichtung schießen konnten.

Der Entwurf wurde durch eine französische Entwicklung angeregt, die im April 1915 in deutsche Hände fiel. Die “Morane L” war mit einem nach vorn feuernden MG ausgerüstet, und ihr Propeller hatte einen Schutz, der auftreffende Geschosse ablenkte. A. Fokker und seine Mitarbeiter H. Lübbe und F. Heber entwarfen innerhalb weniger Tage einen Synchronmechanismus, den sie in eine Fokker M5k einbauten. Diese war mit einem Umlaufmotor ausgerüstet. Bei dieser französischen Motorkonstruktion stand die Kurbelwelle, - Zylinder und Kurbelgehäuse drehten sich. Das Militär bestellte 85 Maschinen und setzte sie als Typ E1 ein. Am 1. Juli 1915 errang Leutnant Kurt Wintgens (Fliegerabt. 6 b) damit den ersten Luftsieg. Im Herbst 1915 rüstete man die ersten selbständigen Jagdfliegereinheiten - die Kampfeinsitzer-Kommandos - mit der Fokker aus. Auch Österreich-Ungarn, Bulgarien und die Türkei erhielten eine kleine Anzahl.

Diese Focker war gegenüber feindlichen Maschinen so überlegen, dass die Deutschen mit ihr im 1. Weltkrieg zeitweise die totale Luftüberlegenheit erlangten. Die Franzosen sprachen damals vom sog. “Fokker-Syndrom”.

Das Flugzeug wurde weiter verbessert, und im August flog bereits die stärker motorisierte E-III mit 285 Ps. Sie stellte mit 285 Maschinen das Gros aller 415 gebauten Fokker-Eindecker. Versuche, die E III mit zwei MG zu bewaffnen, brachten nicht die erhofften Ergebnisse. Das letzte Muster, die E-IV, erhielt daher einen Doppelsternmotor und zwei Maschinengewehre. Es befanden sich nie mehr als 150 gleichzeitig bei den Fliegerabteilungen. Bei den Weltkriegsgegnern Deutschlands war die E-III derart gefürchtet, dass bis zum Einsatz verbesserter allierter Jagdflugzeuge von der „Fokker Sourge“ (,‚Fokker-Geißel“) gesprochen wurde. Piloten dieses Flugzeugtyps waren unter anderen Oswald Boelcke und Max Immelmann. Der „Adler von Lille“erzielte 15 Luftsiege, bevor er am 16. Juni 1916 den Tod fand.

Die ausgestellte Fokker E III wurde aus Privathand gekauft und im Museum restauriert. Dabei erhielt sie den grünen Spannlackanstrich sowie die Kenn-Nr. 603/15.

Technische Daten:          Deutschland,  Erstflug: Mai 1915

Hersteller: Fokker Flugzeugwerke, Schwerin - Besatzung: 1 - Geschwindigkeit: 140 Km/h - Steigleistung: 1.000 m in 5 min. - Flugdauer: 2 Std. - Gewicht: 399 Kg - Startgewicht: 610 Kg Spannweite: 9,50 m - Länge: 7,20 m - Höhe: 2,40 m - Triebwerk: Oberursel 9-Zylinder Umlaufmotor U I mit 74 kW - Bewaffnung: 1 MG 08/15 Spandau ( 7,92 mm)  

andere Fokker E-III
(Luftwaffenmuseum)

 

Copyright © Flugzeuglexikon von Wolfgang Bredow - Berlin, Spandau

 

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