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Westland Wessex HCC4: hier VIP-Transporthubschrauber bis 1998

Westland Wessex HCC4: VIP-Transporthubschrauber von 1969 bis 1998

Der Westland Wessex ist ein in den USA entwickelter und in England hergestellter Transporthubschrauber. Westland kann auf eine lange Zusammenarbeit mit Sikorsky zurückblicken. Wie bereits zuvor bei dem Westland Whirlwind begann man mit dem Lizenzbau.

Mit dem Wessex vollzog Westland die direkte Umstellung eines amerikanischen Hubschraubertyps mit Kolbentriebwerk, des Sikorsky S-58 / H-34, auf ein modernes Wellenleistungstriebwerk. Ausgelöst hatte diese Entwicklung die Royal Navy, die auf einen Hubschraubertyp drängte, der die Aufgaben U-Boot-Ortung und Bekämpfung und Truppentransport als Paket in einer Zelle zusammenfassen konnte. Ein importierter S-58 wurde daher zunächst auf eine Napier-Gazelle-Wellenturbine umgerüstet. Der Erstflug war im Mai 1957.

Der Rumpf war in Ganzmetall-Halbschalenbauweise gefertigt. Das Heckteil konnte zur Raumeinsparung im Hunger zur Seite geknickt werden. Die Hauptrotorblätter konnten nach hinten gefaltet werden. Das Fahrwerk war starr und besaß ein gefedertes Heckrad.

Mit einer zweiköpfigen Besatzung konnten bis zu 16 Passagiere oder 18 voll ausgerüstete Soldaten, bzw. im Ambulanzeinsatz 8 Verwundete auf Tragen oder auch ca. 1350 kg Fracht befördert werden.

Der Wessex HAS.Mk 1 für die Navy hatte noch wegen der geringeren Kosten ein einzelnes Triebwerk vom Typ Napier Gazelle NG13 Mk 161 mit einer Leistung von 1.085 kW (1.471 WPS). Zur Aufnahme dieses Triebwerks wurde der Bug geändert, was den Wessex auch äußerlich vom S-58 unterscheiden ließ. Das Leistungsdefizit wurde weitgehend durch Gewichts- und Verbrauchsreduktion ausgeglichen, so dass aufgrund der umfassenden technischen Eingriffe bereits die ersten Modelle des Wessex als eigenständiger Typ betrachtet werden können.

Die Wessex HC.1 wurde bald durch die verbesserte HAS.Mk 3 ersetzt, die wegen ihres Radarbuckels “Kamel” genannt wurde.

Der Wessex HC.Mk 2 der RAF erhielt wegen der höheren Sicherheit 2 gekoppelte Wellenturbinen “Rolls Royce Gnome”, so dass der Hubschrauber auch bei Ausfall eines Triebwerks flugtüchtig blieb. Das Triebwerk wurde ursprünglich von Bristol Siddeley unter der Bezeichnung Gnome H11001 konstruiert. Diese Version konnte ebenfalls 18 Kampfsoldaten oder eine ca. 1.800-kg-Last am Haken transportieren. 1962 hob die Wessex H.C. Mk.2 erstmals ab. Der HC.Mk 2 ging ab Februar 1964 in Dienst. Diese Version hatte 2 Rolls Royce Gnome Turbinen mit zusammen ca. 1250 PS.

Der erste echte Truppentransporter war der Wessex HU. Mk 5, der aus dem HC.Mk 2 entwickelt wurde und von dem nach seinem Jungfernflug im Mai 1963 ca. 100 Maschinen mit Vorrichtungen für eine Bewaffnung zum Niederhalten der gegnerischen Abwehr gebaut wurden.

Die Grome Wessex war eine zivile Ausführung, ebenfall mit 2 Triebwerken. 2 Wessex HCC4 dienten als VIP-Transporthubschrauber von 1969 bis 1998. Insgesamt stellte Westland von 1968 bis 1978 etwa 375 „Wessex" aller Versionen her. Etliche von ihnen fliegen heute noch. In Deutschland flog die 18. Squadron der RAF Germany die H.C. Mk.2 vom Flughafen Gütersloh von 1965-1980.

 

Technische Daten: 

 

HAS.Mk 1

HC.Mk 2

H.U. Mk.5

HCC4 VIP

Baujahr

1958

1962

1964

(1969-1998)

Rotordurchmesser

17,07 m

17,10 m

17,07 m

17,07 m

Rumpflänge

14,74 m

 

14,74 m

 

Länge über alles

20,07 m

20,4 m

20,04 m

20,08 m

Höhe

4,83 m

 

4,93 m

 

Leergewicht

3.447 kg

 

 

3.767 kg

Startmasse

5715 kg

6123 kg

6169 kg

6.124 kg

Besatzung

2

2

2

2

Geschwindigkeit

212 km/h

212 km/h

214 km/h

 

Reichweite

625 km

770 km

535 km

 

Triebwerk

1x Napier Gazelle

2x Rolls Royce Gnome

2x Rolls Royce Gnome

2x Rolls Royce Gnome

Typ

Ga.13-Mk.161

Mk.110/111

Mk.110/111

Mk.110/111

Art

Gasturbine

Gasturbine

Gasturbine

Gasturbine

Leistung

1.470 PS

1.250 PS

1.250 PS

1.250 PS

Westland Wessex: Transporthubschrauber von 1969 bis 1998

 

Copyright © Flugzeuglexikon von Wolfgang Bredow - Berlin, Spandau

 

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