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Royal Air Force Museum
London

- Das Museum der RAF im Bezirk Hendon -

Lockheed Hudson: leichter Bomber und Küstenaufklärungsflugzeug im Zweiten Weltkrieg

Lockheed Hudson: leichter Bomber und Küstenaufklärungsflugzeug im Zweiten Weltkrieg

Die Lockheed Hudson (US-Bezeichnung: A-28, A-29, PBO-1, AT-18) war ein leichter Bomber und Küstenaufklärungsflugzeug, das hauptsächlich von der Royal Air Force, aber auch von der United States Army Air Forces sowie den Luftwaffen von Kanada, Australien, Neuseeland, Brasilien, Irland, China, den Niederlanden sowie Portugal und Südafrika eingesetzt wurde.

Die erste Maschine, als Hudson Mk. I bezeichnet, flog am 10. Dezember 1938, im folgenden Sommer wurden die Maschinen dem Coastal Command zugeteilt. In den folgenden Jahren wurden knapp 2000 Maschinen der Baureihen Mk. I, Mk. II und Mk. III an die Royal Air Force ausgeliefert.

Mehr als 2000 "Hudson" dienten in den Staffeln des britischen Küstenkommandos, vor allem auch zur U-Boot-Suche und Seeüberwachung. Die Heeres- und Marinefliegerkräfte der USA verwendeten 650 „Hudson". Die Produktion wurde 1943 nach dem Bau von über 2900 Flugzeugen eingestellt.

Technische Daten: 

Typ

leichter Bomber, Aufklärer

Hersteller

Lockheed Aircraft Corporation

Besatzung

5 Mann

Länge

13,52 m

Spannweite

19,95 m

Höhe

3,62 m

Leergewicht

5825 kg

max. Startgewicht

9320 kg

Antrieb

2 x Wright R-1820-87

Art

Sternmotoren

Leistung

je 1.200 Ps

Höchstgeschwindigkeit

405 km/h

Reichweite

4480 km

Dienstgipfelhöhe

8100 m

Bewaffnung

fünf oder sieben 7,62-mm-MG´s

.

bis zu 635 kg Bomben

Technische Kurzbeschreibung:

  • Rumpf: Ganzmetall-Schalenbauweise mit Spants und Längsversteifungen.
  • Tragwerk: freitragender Tiefdecker in Ganzmetallbauweise; dreiteiliger Flügel mit einem Holm; elektrisch betätigte Landeklappe zwischen Querruder und Rumpf.
  • Leitwerk: freitragende Ganzmetallbauweise; doppeltes Seitenleitwerk.
  • Fahrwerk: einziehbar mit Spornrad; Radbremsen.
Lockheed Hudson: leichter Bomber und Küstenaufklärungsflugzeug im Zweiten Weltkrieg

Entstehungsgeschichte und Einsätze:

Die Hudson wurde aus der Verkehrsmaschine Super Flectra (Model 14) entsprechend einer britischen Forderung für ein Mehrzweck-Aufklärungsflugzoug entwickelt. 1938 war eine britische Beschaffungskommission in Washington auf der Suche nach Flugzeugen für die RAF und die Marine, da die damals schwache britische Luftfahrtindustrie die Anforderungen nicht erfüllen konnte. Eine der dringendsten Forderungen war die nach einem Fernaufklärer und Navigationstrainer. Lockheed Aircraft in Burbank baute schleunigst ein maßstabsgetreues Modell des Passagierflugzeuges Modell 14 entsprechend um. Der Erstflug dieser Maschine fand am 10. Dezember 1938 statt. Ein Auftrag über 200 Maschinen wurde schnell abgewickelt, die grösste Bestellung, die Lockheed bis dahin bekommen hatte, Der Auftrag wurde noch mehrmals erhöht.

Kurz nach der Bestellung der Hudson durch die RAF beschloß die Royal Australian Air Force, dieses Muster ebenfalls zu beschaffen und orderte 1938 50 Hudson Mk I. Ab Februar 1940 erfolgte die Auslieferung. Nächste australische Version war die Hudson Mk II, die - wie die erste Baureihe - der britischen Hudson Mk IV entsprach.

Erst als die britischen und australischen Luftstreitkräfte eine große Anzahl der "Hudson" erhalten hatten, bestellten die US-Luftstreitkräfte diesen Typ unter der Bezeichnung A-28. Die A-28A konnte für Truppentransporte umgerüstet werden. Sie hatte Pratt-&-WhitneyTriebwerke.

Weitere US-Versionen:

  • A-29: Ausführung mit Wright-Triebwerken.
  • A-29 B: Aufklärungsausführung mit einer Fotoausrüstung.
  • AT-18: ähnlich der A-29; diente zur Ausbildung im Luftschießen und zum Zielschleppen.
  • AT-18 A: Ausbildungsflugzeug für Navigation, ohne Drehturm.

Die RAAF hielt dieses Muster bis 1949 im Dienst, zog es aber als Bomber im Herbst 1943 und als Seepatrouillenflugzeug im Frühjahr 1944 aus den Einsatzverbänden ab.

Lockheed Hudson: leichter Bomber und Küstenaufklärungsflugzeug im Zweiten Weltkrieg

 

Copyright © Flugzeuglexikon von Wolfgang Bredow - Berlin, Spandau

 

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