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T-72: moderner und aktueller russischer Kampfpanzer von 1972 bis heute

T-72 - Panzer der UdSSR

Beschreibung:

Der T-72 ist ein Kampfpanzer der Sowjetunion, der ab 1972 von der Firma Uralwagonsawod gebaut und von der Sowjetarmee in Dienst gestellt wurde.

Der T-72 ist eine vereinfachte Version des nur in der Sowjetunion eingeführten T-64. Er besitzt in etwa die selbe Feuerkraft, ist aber weniger mobil und weniger gepanzert als der T-64. Der T-72 wurde als kostengünstiger, für die Massenproduktion geeigneter Kampfpanzer konzipiert.

Die Produktion erfolgte in der Sowjetunion; in Polen, in der CSSR, in Jugoslawien und in Indien (Vertragsunterzeichnung 1980) wurde der Panzer in Lizenz gefertigt. Den in der CSSR und Polen nachgebauten T-72 misst man ebenso wie den älteren T-62 und T-55 wesentlich höhere Qualität zu als den sowjetischen Originalen. Insgesamt wurden rund 50.000 Stück hergestellt, von denen Russland noch rund 7.400 unterhält.

Im Wesentlichen besteht die Fahrzeugwanne der Normalversion aus Panzerstahl. Die Wannenfront besteht aus einer Verbundpanzerung. Die setzt sich zusammen aus einer inneren 20 mm starken Schicht Stahl, einer 100 mm starken Mittelschicht aus Polyurethan sowie einer Aussenschicht aus 80 mm hochfestem Stahl.

Der Turm des T-72 besteht aus Gusseisen. Bei der 2. Serienversion, dem T-72A wurde die Panzerung an der Turmfront durch zwei aufgesetzte Taschen mit Mehrschichtpanzerung verstärkt. Diese bestehen aus einer inneren 50 mm starken Schicht Stahl, einem 105 mm breiten Hohlraum mit einer Füllung aus Quarzsand und Fiberglas sowie einer 60 mm starken Aussenschicht aus hochfestem Stahl. Diese Panzerung wird auch bei vielen Exportmodellen eingesetzt. Bei den späteren Modellen T-72B und T-72M1 wurde die Panzerung an der Turmfront durch zwei aufgesetzte Taschen mit Verbundpanzerung verstärkt.

Ab Mitte der 80er Jahre wurde die Standardpanzerung durch zusätzlich angebrachte Elemente aus Reaktivpanzerung ergänzt. Diese Zusatzpanzerung erhöht den Panzerschutz um 25-30%.

Der Innenraum des Panzers ist mit Kevlar-Schutzmatten ausgekleidet, die Splitter abfangen sollen. Ebenso verfügen die späteren Modelle über eine Brandunterdrückungsanlage sowie über ein rudimentäres Feuerlöschsystem.

Der Panzer verfügt über eine automatische ABC-Schutzanlage zum Schutz vor chemischen und biologischen Kampfstoffen sowie zum Schutz vor den Wirkungsfaktoren einer Kernwaffendetonation, wie z.B. Druckwelle, Sofort- und Restkernstrahlung und radioaktiver Staub. Zur Feststellung radioaktiver Strahlung und chemischer Kampfstoffe dient ein Strahlungsmess- und Kampfstoffspürgerät.

Der T-72 wurde im Erstzustand mit einem optischen Zielfernrohr-Entfernungsmesser TPD-2-49 gebaut. Diese wurde dann durch einen Zielfernrohr-Entfernungsmesser TPD-K1 mit Laser ersetzt.

Angetrieben wird der Panzer von einem 840 PS leistenden Dieselmotor. Die Höchstgeschwindigkeit liegt auf der Straße bei 75 km/h. Zur Erhöhung der Reichweite können am Heck, wie bei russischen Panzern üblich, zwei je 200 Liter Treibstoff aufnehmende Fässer angebracht werden. Dadurch steigt die Reichweite von 450 km auf 600 km.

Der T-72 hat die Möglichkeit, nach sehr kurzer Vorbereitung eine Unterwasserfahrt durchzuführen. Hindernisse bis 4,50 m Tiefe können so kurzfristig überwunden werden. Er ist in der Lage, Gräben bis 2,80 m und Höhenhindernisse bis 0,85 m zu überqueren. Unter dem Bug befindet sich ein Grabehilfe in Wannenbreite, die abgeklappt werden kann und es der Besatzung ermöglicht, Stellungen auszuschieben. Des Weiteren können ein elektromagnetisches und ein mechanisches Minenräumgerät montiert werden. Am Heck befinden sich zwei Halterungen zum Mitführen eines Bergebalkens. Dieser ermöglicht zusammen mit zwei speziellen Seilen die Selbstbergung des Panzers. Der Panzer kann Diesel in die Abgasanlage einspritzen, um sich direkt einzunebeln.

Die Hauptwaffe des T-72 ist eine 125-mm-Glattrohrkanone vom Typ D-81TM. Geladen wird die Munition automatisch, der Ladeschütze entfällt somit. Der Panzer kann insgesamt 45 Schuss Munition für diese Waffe mitführen. 22 Schuss davon befinden sich im automatischen Ladekarusell. Die Munition ist unterteilt in die Kartusche für die Treibladung und das Geschoss. Die Kartusche ist eine Teilabbrandladung, von der nach dem Abschuss nur ein metallener Hülsenboden übrigbleibt. Dieser wird vom Ladeautomaten beim Nachladen durch eine Luke in der Turmhinterwand ausgeworfen.

Technische Daten:

  • Besatzung 3 (Kommandant, Fahrer, Richtschütze)
  • Länge 6,9 m
  • Breite 3,6 m
  • Höhe 2,2 m (Turm Oberseite)
  • Gewicht 41 Tonnen (Gefechtsgewicht: 44,5 t)
  • Verbundpanzerung
  • Hauptbewaffnung 1 x 125 mm Glattrohrkanone vom Typ D-81TM
  • Sekundärbewaffnung 1 x 7,62 mm PKT (koaxial) und 1 x 12,7 mm NSWT (Fla-MG, 300 Patronen)
  • Antrieb 12 Zylinder V Mehrstoff mit mechanischem Lader
  • 840 PS (618 kW)
  • Federung Torsionsstab
  • Höchstgeschwindigkeit 75 km/h
  • Reichweite 450 km (600 km mit externen Tankbehältern)

 

 

Copyright © Lexikon der Flugzeuge und Hubschrauber von Wolfgang Bredow - Berlin, Spandau

 

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