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Schützenpanzer HS 30, lang: bei der Bundeswehr von 1960 bis 1969 eingesetzt

Schützenpanzer HS 30

Beschreibung:

HS 30 ist die Bezeichnung für einen deutschen Schützenpanzer, der bei der Bundeswehr von 1960 bis 1969 eingesetzt wurde. Es wurden insgesamt 2.374 Stück gebaut.

In Auswertung der Kriegserfahrungen wurde für die neu aufgestellte Bundeswehr beschlossen, die Mehrzahl der Panzergrenadierbataillone mit vollmechanisierten Kampffahrzeugen auszurüsten. Hierzu sollte ein Schützenpanzer eingeführt werden, der den Kampf vom Fahrzeug ermöglichte und zudem mittels einer 20-mm-Kanone über eine gewisse Feuerkraft verfügte.

Nach Erstellen eines entsprechenden Lastenheftes ging der Auftrag zur Entwicklung des Fahrzeugs an die Rüstungsfirma Hispano Suiza, die zwar eine lange Tradition in der Herstellung von Maschinenkanonen hatte, aber keinerlei Erfahrung mit Panzerfahrzeugen aufwies.

Da der Panzer übereilt in den Serienbau gegeben wurde, stellten sich im Truppenbetrieb zahlreiche Mängel ein, die ständige Reparaturarbeiten nach sich zogen. Besondere Schwachstellen waren der unzuverlässige Leyland-Benzinmotor, der den Panzer auf eine Höchstgeschwindigkeit von nur 58 km/h brachte, das Schalt- und Lenkgetriebe sowie vor allem die Laufwerksfederung und -dämpfung. Fragwürdig war auch die geplante Zahl von über 10.000 Exemplaren, die weit über dem Bedarf lag.

Da das Fahrzeug insgesamt den Anforderungen an einen echten Schützenpanzer nicht gerecht wurde, z.B. Kampf vom Fahrzeug unter Panzerschutz und auch sehr wenig Platz bot, wurde es nach gut zehnjähriger Truppenverwendung durch den Schützenpanzer Marder abgelöst.

Ende der 1960er Jahre wurden Schmiergeldzahlungen an mehrere Personen im Zusammenhang mit der Beschaffung des HS 30 bekannt. Mit dem HS 30-Skandal, dem bis dahin größten deutschen Rüstungsskandal, beschäftigte sich in den Jahren 1967 bis 1969 ein Untersuchungsausschuss des Bundestages. Durch Recherchen von Journalisten der Frankfurter Rundschau und des Nachrichtenmagazins Deutsches Panorama wurde ein Zusammenhang der Beschaffung des HS 30 mit Schmiergeldzahlungen an mehrere Personen hergestellt. Auf Antrag der FDP richtete der Deutsche Bundestag 1967 einen Untersuchungsausschuss ein, der zahlreiche Zeugen vernahm und 1969 einen Bericht veröffentlichte.

Unter den Empfängern von Schmiergeldzahlungen war unter anderem der persönliche Referent des damaligen Verteidigungsministers Franz Josef Strauß, ein Oberst Repenning, gewesen, der 2.3 Millionen DM erhalten haben soll. Der 1957 verstorbene CDU-Politiker Otto Lenz soll 300 000 DM erhalten haben, die gleiche Summe soll der Arzt und mutmaßliche Waffenhändler Otto Praun erhalten haben. Dieser wurde 1960 ermordet; für den Mord wurden Prauns Erbin Vera Brühne und deren Bekannter Johann Ferbach zu lebenslanger Haft verurteilt; an deren Täterschaft bestehen aber erhebliche Zweifel.

Nach Aussagen eines Zeugen soll die CDU im Zusammenhang mit der HS 30-Beschaffung 50 Millionen DM für die Finanzierung des Bundestagswahlkampfes 1957 entgegengenommen haben.

Technische Daten:

Besatzung

3 Mann + weiteres Personal je nach Version

Länge

5,90 m

Breite

2,55 m

Höhe

1,85 m

Gewicht

14,6 t

Hauptbewaffnung

1 x 20 mm L/85 Maschinenkanone

Sekundärbewaffnung

1 x MG 7,62 mm mit 3.000 Schuss

Antrieb

8-Zylinder-Ottomotor Rolls-Royce B81 Mk. 80 F
198 PS (164 kW)

Art

 

Leistung

229 Ps

Federung

Torsionsstab

Höchstgeschwindigkeit

58 km/h

Reichweite

ca. 270 km

Schützenpanzer HS 30
Schützenpanzer HS 30

 

Copyright © Lexikon der Flugzeuge und Hubschrauber von Wolfgang Bredow - Berlin, Spandau

 

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