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Bergepanzer M 88: 1962 beschaffte die Bundeswehr 125 Stück

Bergepanzer M88

Beschreibung:

Der M88 (Bergepanzer 1) hatte die Aufgabe, beschädigtes Gerät zu bergen und zur Instandsetzung abzuschleppen, sowie beim Ein- und Ausbau von Triebwerken o.ä. Kranarbeit zu leisten. Er war bei der Bundeswehr der Nachfolger des Bergepanzer M 74 der auf der Basis des Sherman Panzers konzipiert war.

Entwickelt wurde das Fahrzeug ab 1958 bei der Firma Bowen-McLaughlin-York Inc. Verwendet wurden Teile des Kampfpanzer M 48 A2 wie Getriebe, Motor, Lauf- und Stützrollen. (Die Wanne selbst ist nicht identisch mit dem Kpz M 48). Bergepanzer M88

Die Wanne ist aus Gussstahl und auf jeder Seite ausgestattet mit sechs Laufrollen, drei Stützrollen sowie drei Stoßdämpfern (zwei auf der ersten, einer auf der letzten Laufrolle). Die Kette ist länger und breiter als beim Kpz M 48. Dadurch verringert sich zwar der Bodendruck, dieses hat sich aber beim Schleppen oftmals nachteilig ausgewirkt.

Der ursprüngliche Motor (vor der Umrüstung auf Diesel) war ein 12 Zylinder Benzinmotor mit Magnetzündung, einem Hubraum von 47 Litern und eigentlich 850 PS, der aber durch einen Turbolader auf 1050 PS gebracht wurde. Das Fahrzeug ist mit drei Kraftstofftanks ausgestattet, die zusammen etwa 1700 Liter Benzin fassen. Bei schwerem Gelände, mit einem M 48 im Schlepp, reichte das gerade für eine Strecke von zwischen 50 und 100 Kilometern.

Das Gerät ist mit einer Haupt- und einer Hilfshydraulikanlage ausgerüstet. Die Hilfshydraulik kann mit dem hinten links sitzenden Hilfsmotor (der auch zur Ladung der Batterien und zur Stromversorgung der Heizung und des Anlassers dient) betrieben werden. Der Kranbaum lässt sich damit aufrichten. Der Hilfsmotor ist (theoretisch) mit einem Starterzug von Hand anzulassen (Rasenmäherprinzip), so dass das Fahrzeug eigentlich nie wegen leeren Batterien liegenbleiben kann.

Planierarbeiten mit dem Räumschild sind nicht wirklich machbar, dafür arbeitet das System nicht genau genug. Ohnehin ist das Schild nur zur Abstützung bei Kranarbeiten und als Sporn bei Windenzug gedacht.

Der Kranarm ist nicht schwenkbar, sodass mit dem ganzen Fahrzeug gedreht werden muss, was bei dem schwammigen Getriebe an den Fahrer höchste Anforderungen stellt.

Die Bergewinde als auch die Kranwinde haben keine Zwangsabspulung, d.h. die Kranwinde wird durch das Gewicht der Hakenflasche halbwegs automatisch abgespult, das Hauptwindenseil muss von außen mit geeigneten Mitteln auf Spannung gehalten werden. Die horizontal und quer zur Fahrtrichtung angeordnete Hauptwindentrommel besitzt keine Seilspannvorrichtung und eine nur unzureichende Seilführung.

Bedingt durch den großzügig bemessenen Innenraum und die als luxuriös zu bezeichnende Heizung war das Fahrzeug bei den Besatzungen nicht ganz unbeliebt. Nach Fertigung von etwa 1000 Fahrzeugen dieses Typs wurde die Produktion 1964 eingestellt.

Ab 1962 beschaffte die Bundeswehr 125 Stück. Ab 1985 erhielten die Fahrzeuge anstelle des Benzinmotors einen Dieselantrieb (M88 A1) und eine leistungsstärkere Bergewinde.

Technische Daten:  M88 A1

Besatzung

4 Mann

Länge

8,45 m

Breite

3,60 m

Höhe

3,07 m

Gewicht

50,8 Tonnen

Panzerung

ca. 35 mm

Hauptbewaffnung

keine

Sekundärbewaffnung

Maschinengewehr MG 3 (Deckaufbau)

Antrieb

Continental Luftgekühlter Benzinmotor AV-1790-5B mit Magnetzündung

Zylinder

12 Zylinder

Leistung

1050 PS mit Turbolader

Federung

Torsionsstab/Schwingarm

Höchstgeschwindigkeit

ca 50 km/h

Leistung/Gewicht

12,6 PS/Tonne oder 20,0 PS/Tonne

Reichweite

ca. 850 km

Bergepanzer M88
Bergepanzer M88

 

Copyright © Lexikon der Flugzeuge und Hubschrauber von Wolfgang Bredow - Berlin, Spandau

 

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