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Alvis Saladin: 6-rädriger britischer Spähpanzer von 1959 bis in die 80er Jahre

Alvis Saladin

Beschreibung:

Der Saladin war ein 6-rädriger Spähpanzer, gebaut von Alvis und verwendet von der Britische Armee. Er war ein äußerst leistungsfähiger Schützenpanzer mit einem Gefechtsgewicht von 11 Tonnen.

Der SALADIN war mit einer 76-mm-Kanone zum Verschießen hochexplosiver Granaten, von Panzerabwehrgranaten zur Bekämpfung mittlerer Panzer bei normaler Feuerentfernung sowie von Anti-Personen-Munition für den Nahkampf bei Infanterieangriffen ausgerüstet. Jedes Fahrzeug war mit zwei 7,62-mm-Maschinengewehren von Browning bestückt: Eines war links neben der Kanone koaxial montiert (entfiel bei den SALADIN des Bundesgrenzschutzes), das andere war vor der Luke des Kommandanten auf der rechten Seite des Turms lafettiert. Es konnten 42 Salven 7,6 cm und 3000 Schuss 0.30-MG-Munition mitgeführt werden. Zwei sechsrohrige Nebelwerfer waren rechts und links am Turm befestigt, sie wurden manuell geladen und elektrisch aus dem Kampfraum heraus gezündet. 18 zusätzliche Nebelgranaten wurden mitgeführt. Der Schwenkbereich des Turmes betrug volle 360 °. Das Richten des Geschützes geschah wahlweise durch elektrische Servosteuerung oder mittels Handkraft. Der Turm war so weit vorne wie möglich installiert, um der Turmbesatzung, vor allem in dicht bebauten Gelände, beste Beobachtungsmöglichkeiten zu geben und um mit der Hauptbewaffnung das Ziel auffassen zu können, ohne einen größeren Teil des Fahrzeuges zeigen zu müssen.

Fahrzeugrumpf und Turm waren aus Panzerplatten verschiedener Stärken zusammengeschweißt und boten vollen Schutz gegen Beschuss von mittleren Maschinengewehrfeuer, Nahdetonation von Feldartilleriegeschossen sowie gegen Boden- und Luftdetonation von bis zu 10 kg Panzerabwehrminen.

Bei der Entwicklung des SALADIN wurde auf vollkommene elektrische Abschirmung Wert gelegt, um Störungen in der Funkanlage einschließlich der HF und VHF Geräte auf ein Minimum zu beschränken. Zur Aufrechterhaltung des Funkbetriebes war das Fahrzeug mit einer Zweistufen-Lichtmaschine ausgerüstet, die die Batterien auch im Leerlauf aufladen konnte.

Die Drei-Mann Besatzung bestand aus zwei Mann im Turm (Kommandant/Ladeschütze und Richtschütze) sowie dem Fahrer. Der geringe Wendekreis des Fahrzeuges von etwa 14 Meter, die hydraulische Servolenkung und Bremshilfe sowie die theoretisch identische Vor- bzw. Rückwärtsfahrgeschwindigkeit ermöglichte die Einsparung eines zweiten Fahrers. Größte Aufmerksamkeit wurde der Forderung nach Bequemlichkeit und Sicherheit für die Besatzung geschenkt. Alle Instrumente und Bedienungshebel konnten in sitzendem Zustand bedient werden. Bei geschlossenem Turm gaben Periskope gute Beobachtungsmöglichkeiten. Die Servobremsen und - Lenkung sowie - Schwenkanlage des Turmes entlastete die Crew wesentlich. Dabei durfte die Geräuschentwicklung nicht vergessen werden. Der Motor und die Kühlventilation lag so niedrig, dass ein fast geräuschloser Anmarsch sichergestellt war. Die Leistung dieses Fahrzeuges bei allen Geländeverhältnissen war außergewöhnlich, und Vergleiche ergaben, dass ähnliche Schützenpanzer in Geschwindigkeit wie auch Geländegängigkeit unterlegen waren. Hierfür war der permanente Außenantrieb sämtlicher sechs Räder und die Einzelradaufhängung in Torsionsfederung verantwortlich. Das äußerst einfach zu bedienende Getriebe mit Vorwähler erlaubte dem Fahrer eine schnelle Anpassung der Motordrehzahl an die Geländeverhältnisse. Der SALADIN konnte ohne Vorbereitung durch Wassertiefen bis zu 1,07 Meter und konnte Gräben bis zu einer Breite von 1,52 Meter überschreiten.

Überlegungen für die Instandhaltung und Wartung erhielten die größte Dringlichkeitsstufe. Der Motor war dazu von der rückwärtigen Abschlusswand des Gefechtsraumes zugänglich. Die obere Motorenabdeckung wurde von der Mitte aus nach außen geklappt, und die rückwärtige Abdeckplatte nach außen/unten zurückgeschlagen. Alle Arbeiten zur Wartung konnte die Besatzung ohne fremde Hilfe durchführen. Dazu gehörten auch die Wartungsstellen der Radaufhängungen, die völlig frei zugänglich waren.

Als Standardschützenpanzer in der Britischen Armee eingeführt, erwies sich das Fahrzeug als Verkaufsschlager für Alvis. Alle Commonwealth Staaten und einige andere, wie z.B. die Bundesrepublik Deutschland, kauften diesen Waffenträger in nicht unerheblicher Stückzahl. Beim Bundesgrenzschutz (BGS) war er zwischen 1966 bis 1974 im Einsatz. Bis zur Einstellung der Produktion sind ca. 1180 SALADIN hergestellt worden. Der SALADIN erfüllte jederzeit die Forderungen als Mehrzweck-Schützenpanzer im Rahmen regionaler Konflikte und diente zur Aufrechterhaltung der inneren Sicherheit.

Alvis Saladin
Alvis Saladin

 

Copyright © Lexikon der Flugzeuge und Hubschrauber von Wolfgang Bredow - Berlin, Spandau

 

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