Flugzeuge im

Royal Air Force Museum

Cosford

 

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Hunting H.126: Das Forschungsflugzeug leitete Düsenschub zur Auftriebshilfe für Kurzstarts um

Hunting H.126: Das Forschungsflugzeug leitete Düsenschub zur Auftriebshilfe für Kurzstarts um

Die H.126 war ein von Hunting Aircraft gestaltetes und gebautes experimentelles Flugzeug, von dem lediglich ein einziges für reine Testflüge gebaut wurde. Ein Zweites wurde nicht fertiggestellt. Hunting Aircraft bekam den Vertrag im Jahr 1959 zuerkannt. Die “XN714” flog am 26. März 1963 erstmals.

Dieses ungewöhnlich aussehende Forschungsflugzeug war dank seiner “Düsenklappen” zum Flug mit niedrigsten Geschwindigkeiten von nur 51,5 km/h fähig. Der vom Haupttriebwerk umgeleitete Schub wurde zur Erhöhung des Auftriebs genutzt. Dieses Prinzip nennt man “Jet Flaps” (etwa als “Strahlklappen “ übersetzt).

Dazu muss man wissen, das sich Flugzeuge im extrem Langsamflug, also kurz vor Abriß des Luftstroms, nicht mehr richtig steuern lassen. Die Maschine reagiert in dieser Fluglage nicht mehr auf Bewegungen von Querruder, Pedale und Seitenruder. Wenn der Luftstrom endgültig abreißt, würde das Flugzeug ins “trudeln” geraten, bzw. abstürzen.

Mit dem Forschungsflugzeug Hunting H126 wurde beabsichtigt, dass die “Jet Flaps” als Starthilfen fungieren, um kürzere Startbahnen zu verwenden. Das Flugzeug sollte sog. “STOL-Eigenschaften” bekommen, um auch von kurzen und unbefestigten Plätzen starten und landen zu können.

Um den Auftrieb zu verbessern, wurde ein System von 16 Düsen entlang den Abschlußkanten der Flügel plaziert, wobei diese etwa 50 Prozent des gesamten Schubs des Antriebs benötigten, der umgeleitet wurde. Dieser “Abgas” wurde dann über die Oberfläche der Klappen geblasen. Weitere 10 Prozent des Schubs wurden regulierbar zu den Flügelenden und zum Schwanzende geführt, um die Steuerung der Maschine im Langsamflug zu gewährleisten. Ein ähnliches System wurde später aus ähnlichen Gründen beim Senkrechtstarter “Hawker Harrier” verwendet.

Das Flugzeug war eine 1-sitzige Maschine ohne Einziehfahrwerk. Die Streben an den Flügeln dienten nicht nur der Stabilisierung, sondern durch diese wurde auch die “Pressluft” zu den Düsen in den Flügeln geblasen. Die Luftzufuhr für das einzelne Triebwerk “Bristol-Siddeley Orpheus” befand sich vorne in der Nase. Da quasi nur 50% des Schubs für den normalen Rückstoß übrig blieb, war die gesamte Flugleistung auf eine niedrige Geschwindigkeit beschränkt. Der Flugzeugrumpf war ansonsten ziemlich einfach, dem Hunting Jet Provost ähnlich, aber mit kleinerem Cockpit. Das T-Leitwerk wurde der Gloster Javelin entlehnt.

Über 100 experimentelle Flüge wurden von den Herstellern bei Luton und von den Royal Aircraft Establishment's Aerodynamics Flight zwischen 1963 und 1967 bei Bedford gemacht. Im Jahr 1969 wurde das Flugzeug in die USA für Windkanaltests zur “National Air and Space Administration” (NASA) geliefert. Dort wurde es bis 1972 genutzt.

Auf Grund der Undurchführbarkeit des komplexen Düsensystems und seiner geringen Antriebsleistung wurde die Entwicklung der “Jet Flaps” nicht weiter betrieben.

Technische Daten: 

Besatzung

1 Pilot

Antrieb

1 x Bristol-Siddeley BE 26 Orpheus 805

Art

Turbojet

Leistung

22 kN

Geschwindigkeit

462 km/h max.

Länge

13,5 m

Spannweite

13,8 m

Gewicht

3.830 kg max.

Hunting H.126: Das Forschungsflugzeug leitete Düsenschub zur Auftriebshilfe für Kurzstarts um

 

Copyright © Flugzeuglexikon von Wolfgang Bredow - Berlin, Spandau

 

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