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Flugzeuge und Hubschrauber im
Luftwaffenmuseum Gatow
- Militärhistorisches Museum der Bundeswehr -

Das größte Flugzeugmuseum in Deutschland

De Havilland DHC-1 Chipmunk T-10: Standard-Schulflugzeug des britischen Militärs nach dem 2. Weltkrieg

De Havilland Canada DHC-1 Chipmunk T-10

Kein Flugzeug steht in so einer engen Verbindung zu Gatow, wie die de Havilland Chipmunk (= Streifenhörnchen). Ab 1958 waren stets zwei Maschinen dieses Typs auf dem Flugplatz stationiert. Lange Zeit waren sie die einzigen Flugzeuge, die fest in Gatow stationiert waren. In den 1960er, 1970er und 1980er Jahren gehörte die Sichtung einer britischen Chipmunk im Himmel über Berlin zum Alltag der geteilten Stadt.

Offiziell sollten sie in Berlin stationierten, britischen Militärpiloten ermöglichen, Flugstunden für den Scheinerhalt zu sammeln. Tatsächlich erfüllten die Maschinen aber vor allem zwei Funktionen:

    1. Wurde durch sie das britische Flugrecht in der Berliner Flugkontrollzone wahrgenommen,

    2. konnten durch sie Aufklärungsmissionen bis an den Rand der Berliner Flugkontrollzone geflogen werden. Die britischen Chipmunk in Gatow wurden somit auch als inoffizielle, fliegerische Komponente der britischen Militärmission in der Sowjetzone (BRIXMIS) eingesetzt.

Das hier ausgestellte Flugzeug ist eine der beiden zuletzt in Gatow stationierten Maschinen (Registrierungsnummer WG466; die Schwestermaschine: WG486). Die Piloten Mike Neil und John Hurrel flogen die Maschinen am 17. Juni 1994 nach Laarbruch aus und nahmen dem Flugplatz Gatow somit die letzten beiden auf ihn registrierten Flugzeuge. Die WG486 wurde als Schulflugzeug für einmotorige Maschinen dem Battle of Britain Memorial Flight zugeteilt, wo sie bis heute in dieser Rolle eingesetzt wird. Die WG466 hingegen flog bereits am 29. Juli 1994 zurück nach Berlin. Diesmal landete sie aber nicht mehr in Gatow, sondern in Tempelhof, wo sie an das Alliiertenmuseum übergeben wurde.

Der Erstflug einer Chipmunk fand 1946 statt. Ab 1949 ersetzte die Chipmunk die D.H. 82 Tiger Moth als Schulflugzeug in der britischen Royal Air Force.

Der Hersteller, de Havilland Canada (DHC), hatte kurz zuvor noch über 1000 Jagdflugzeuge des Typs D.H. 98 Mosquito hergestellt und galt daher als hinreichend erfahren, um ein zuverlässiges, einfach zu fliegendes, neues Schulflugzeug herzustellen. De Havilland enttäuschte seinen Auftraggeber nicht: insgesamt wurden bis 1956 (bzw. in Lizenz bis 1961) 1300 Maschinen hergestellt. Das Flugzeug wurde bis in die 1990er Jahre regulär durch die Royal Air Force geflogen.

In Gatow stationierte Chipmunks:

(1958-1966) WG303 + WK587
(1966-1974) WP850 + WP971
(1974- ca. 1988) WZ862 + WD289
(ca. 1988-1994) WG486 + WG466

Technische Daten:

Chipmunk DHC-1 de Havilland DHC-1 Chipmunk Chipmunk T10 DHC-1A Chipmunk, Pennzoil Special

Länge

7,75 m

Flügelspannweite

10,47 m

Tragflügelfläche

16,0 m²

Höhe

2,1 m

Flügelfläche

16 m²

Propellerdurchmesser

2,06 m

Antrieb

de Havilland Gipsy Major 10 Mk.2

Leistung

145 Ps (108 kW)

Steigrate

274 m/min

Höchstgeschwindigkeit

222 km/h

Reichweite

445 km

Dienstgipfelhöhe

5.200 m

Leergewicht

646 kg

Fluggewicht

953 kg

DHC-1 Chipmunk T-10

 

Copyright © Flugzeuglexikon von Wolfgang Bredow - Berlin, Spandau

 

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