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Boeing E-3A Sentry AWACS: Aufklärungs- und Leitzentrale der NATO (Airborne Warning and Control System)

AWACS - Radarflugzeug

Boeing E-3 Sentry AWACS ist die militärische Bezeichnung für eine Boeing 707, die als Luftaufklärer bei den Luftwaffen mehrerer Staaten im Einsatz ist. Merkmal ist das über dem Rumpf installierte drehbare und ca. 3,6 Tonnen schwere AN/APY-1/2 Suchradar. Es ist in einem großen Radom mit einem Durchmesser von 9,1 Meter und eine Dicke von bis zu 1,8 Meter untergebracht. Das System kann Luftziele aller Art erfassen und verfolgen. Der Erstflug war im Oktober 1975, die Indienststellung begann ab März 1977.

Boeing E-3A Sentry AWACS: Aufklärungs- und Leitzentrale der NATO (Airborne Warning and Control System)

Technische Kurzbeschreibung:

vergleiche >>

Boeing 737 AEW&C Grumman E-2C Hawkeye

Rumpf: Ganzmetall-Halbschalenbauweise - leicht ovaler Querschnitt -

Tragwerk: freitragender Tiefdecker in Ganzmetallbauweise mit zwei Holmen - Mittelstück durch den Rumpf gehend - zwei Fowler-Klappen - innere und äußere Querruder an jedem Flügel - Vorflügel über die gesamte Spannweite - zwei Spoiler auf jedem Flügel.

Leitwerk: freitragende Normalbauweise in Ganzmetall - trimmbare Flossen - Ruderbetätigung mit Kraftverstärkung

Fahrwerk: einziehbar - Zwillingsräder an der Bugstrebe und Fahrwerke mit je vier Rädern an den Hauptstreben - ölpneumatische Dämpfung - Mehrfach-Scheibenbremsen mit Blockierungsschutz - Doppeltandem-Hauptfahrwerk wird nach innen in den Rumpf eingezogen, Bugfahrwerk nach vorn in den Rumpfbug -

AWACS - Flugansicht

Technische Daten:

Boeing E-3A Sentry AWACS AWACS Flug Boeing 367-80 "Dash 80": Ursprungsmodell Lockheed EC-121D Constellation

Hersteller:

Boeing (Flugzeug)

.

Westinghouse (Radar)

.

Dornier, jetzt insolvent (Electronik)

Besatzung

2 Piloten

.

13 Radaroperator

Spannweite

44,42 m

Länge

46,61 m

Höhe

12,73 m

Flügelfläche

283,35 m²

Leergewicht

73.480 kg

Startgewicht

151.955 kg max.

Geschwindigkeit

853 Km/h

Reichweite

ca. 9.250 Km

Dienstgipfelhöhe

> 10.670 m

Antrieb

4 x P&W TF-33-PW-100A

Art

Turbofan

Schub

je 97,1 kN

Treibstoff

90.299 kg (Boeing 707-320)

Flugdauer

11 Stunden (ohne Nachtanken)

Radarsystem:

.

Durchmesser

9,14 m

Höhe

1,8 m

Gewicht

3.629 kg

Frequenzbereich

2 - 4 GHz

Anzahl der Transmitter

28

Antennenumlaufzeit

10 sec.

Reichweite

über 460 km

.

.

Boeing E-3A Sentry AWACS:  Radarflugzeug der NATO

Beschreibung:

Basis für die fliegende Aufklärungs- und Leitzentrale AWACS (Airborne Warning and Control System) war das Verkehrsflugzeug Boeing B 707-320 B. Charakteristisches Merkmal ist der mächtige diskusförmige Radom. Er beherbergt die Antenne des Hauptradars und dreht sich um die eigene Achse. Bei eine typischen Einsatzflughöhe von ca. 9.000 m lassen sich bodennahe Ziele bis zu einer Entfernung von mehr als 300 Km aufspühren und verfolgen. Derzeit sind verbesserte 66 E-3B/C im Einsatz, darunter 33 bei der U.S. Air Force und 17 bei der Nato.

Weitere Aufklärer: Japan hat ebenfalls vier eigene AWACS-Flugzeuge, allerdings auf Basis der Boeing 767: Ansonsten sehen diese Maschinen gleich aus. Anders sehen die Aufklärer aus, die auf US-Flugzeugtägern und der französischen “Charles de Gaulles” genutzt werden. Die “Grumman E-2C Hawkeye (AEW)” sind 2-motorige, kleinere Flugzeuge mit Fähigkeit zum Kattapulstart, aber ebenfalls mit diskusförmigem Radom.

AWACS:  Radarflugzeug der NATO
AWACS:  Leitstelle der NATO
AWACS - Messinstrumente
Boeing E-3A Sentry AWACS:  Radarflugzeug und Leitstelle der NATO

Geschichte der AWACS:

Etwa 1965 startete die USA ihr Programm mit dem Ziel, ein Radar zu entwickeln, das die Erdoberfläche von oben her überwachen und sogar noch in Erdnähe fliegende Jagdbomber orten konnte. Das Ergebnis war das Impuls-Doppler-Radargerät. Das auf zwei Stützen gelagerte Rotodom empfängt das Echo der zuvor ausgestrahlten Radarimpulse und registriert Abweichungen.

Die Radargeräte wurde nun im praktischen Einsatz getestet. Boeing wurde als Flugzeugtyp ausgewählt 2 Prototypen zu bauen. Zuerst wollte das US-Militär ein komplett neues Flugzeug bauen. Diese Idee wurde aber aus ökonomischen Gründen verworfen. Man wählte daher ein bewährtes Muster, die alte 4-strahlige Boeing 707. Der erste Prototyp startete 1972. Die Flugzeuge durchliefen seit dieser Zeit entsprechend dem technischen Fortschritt mehrer Schritte der Kampfwertsteigerung.

Die NATO erkannte Ende der sechziger die Notwendigkeit des Kaufs eines Aufklärungssystems gegen heranfliegende Tiefflieger. Das NATO-Bündnis entschied sich deshalb 1978 für den Kauf und Betrieb einer Flotte von 18 Maschinen, bei dem sich die meisten EU-Staaten, mit Ausnahme Englands, beteiligten. Die Maschinen wurden von Boeing gebaut und anschließend zu Dornier in Oberpfaffenhofen überführt, wo die gesamte Elektronik eingebaut wurde. Die europäischen Flugzeuge erhielten eine verbesserte Radar-Version, die auch die Überwasser-Zielerfassung ermöglicht.

Die “alte” Boeing B 707-320 B, die als Grundmodel modifiziert wurde, wird im Projekt Re-Engined” beim Testflugzeug “B 707 RE” mit neuen Triebwerken ausgestattet, um Kosten für neue Entwicklungen einzusparen.

Boeing E-3A Sentry AWACS: Aufklärungs- und Leitzentrale der NATO (Airborne Warning and Control System)
AWACS: Airborne Warning and Control System

Versionen der Boeing 707 Familie

  • 367-80: Prototyp
  • 707-120:  erstes Serienmodell (Basisvariante). Hatte einen längeren Rumpf, größere Spannweite und einen größeren Rumpfdurchmesser. 56 gebaut
  • 707-120B:  Unter anderem wurde dieser Typ mit verbesserten JT3D-1 Turbofan-Triebwerken ausgestattet, die leiser, stärker und treibstoffsparender waren. Diese Version bekam auch zusätzliche Vorflügel. Ca. 50 gebaut.
  • 707-138 + -138B: um 3.5m verkürzte Version mit größerer Reichweite.
  • 707-020 (720): spezielle Kurz- bis Mittelstreckenvariante der 707.
  • 707-220: Version mit stärkeren Triebwerken
  • 720: gegenüber der 707-120 um ca. 3 m gekürzt und speziell für Kurz- und Mittelstrecken und Starts auch von kürzeren Startbahnen entwickelt. Die 720 war leichter und schneller als die 707 und besaß eine vereinfachte Flügelkonstruktion. Modernere Turbofan.
  • 707-300: gestreckte Version der ursprünglichen 707. Sie wurde speziell für Langstrecken ausgelegt.
  • 707-320B Intercontinental: Weiterentwicklung der 707-320 mit zahlreichen Verbesserungen am Tragwerk zur Erhöhung des Auftriebs (neue Flächenenden, 1m größere Spannweite, Vorflügelklappen, verbesserte Landeklappen), c. 70 gebaut.
  • 707-320C Freighter:  Frachtversion, 18 gebaut
  • 707-320C Convertible: Version der 707-320 B als Fracht- oder gemischte Fracht-/Passagierausführung mit großer vorderer Ladetür und besonderen Ladeeinrichtungen für Paletten und Behälter, 142 gebaut
  • 707-420 Intercontinental: Version der 707-320 mit anderen Triebwerken
  • 707-700: Testflugzeug für andere Triebwerke
  • 707 RE: Re-Engined – mit neuen Triebwerken versehen
  • C-18: Bezeichnung der US-Streitkräfte für Versionen auf Basis der 707-320B
  • C-137 Stratoliner: 707 für Personentransport bei der US-Luftwaffe, darunter die VC-137 als Air Force One
  • E-3 Sentry: Luftgestütztes Frühwarnradar (AWACS)
  • E-6 Mercury: Luftgestützte Kommando- und Kommunikationszentrale der US-Streitkräfte
  • E-8 Joint STARS: Überwachungs- und Kommandozentrale der US-Streitkräfte
  • 707 T/T: Kombiniertes Tank-/Transportflugzeug
Boeing E-3A Sentry AWACS: Aufklärungs- und Leitzentrale der NATO (Airborne Warning and Control System)
AWACS - angeklappen
AWACS - Triebwerk

 

Copyright © Flugzeuglexikon von Wolfgang Bredow - Berlin, Spandau

 

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