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Fantrainer FT-400: Propeller-Trainer mit Eigenschaften eines Strahlflugzeuges

Funtrainer FT 400

Technische Daten: Hersteller: Rhein-Flugzeugbau - Baujahr: hier 1986

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(ILA 2004)

Triebwerk

Allison 250-C20B

Leistung

420 shp

zul. Geschwindigkeit

300 kts

Max. Operating speed

250 kts

Reisegeschwindigkeit

175 kts

Abrißgeschwindigkeit

61 kts

Max. Steigrate

1.550 ft./min.

Max. Reichweite

950 nm

Leergewicht

1114 kg

max. Startmasse

1800 kg

Max. Treibstoff

430 lt.

Länge

9,48 m

Spannweite

9,70 m

Höhe

3,00 m

Durchmesser

1,20 m

G-Belastung

+6 / -3

Funtrainer FT 400

Beschreibung: 

Der Fantrainer sollte Ende der 60er Jahre bei der Luftwaffe ihre in die Jahre gekommenen Trainer Piaggio P-149 ersetzen. Das Projekt wurde aber nicht realisiert. Man entschied sich später für einen echten strahlgetriebenen Trainer, den Alphajet, der 1973 eingeführt wurde.

Der Fantrainer besteht in einer tragenden Rumpfstruktur mit einem Zentralrahmen in Metallbauweise, der durch formgebende Faser-Verbundstrukturen (GFK) ummantelt ist. Diese Bauteile sind großflächig und erlauben einen schnellen Auf- und Abbau. Das Tragwerk wird vollständig in Faser-Verbundbauweise nach speziellen Verfahren gefertigt. Dieses wartungsfreundliche Konzept garantiert niedrige Betriebskosten, was der Wirtschaftlichkeit entgegenkommt.

Die am Rumpfmitte integrierte “Mantelschraube” verleiht dem Fantrainer sein markantes Aussehen. Er wird angetrieben durch eine Turbine, die im Schwerpunkt nahe den Tragflächen angeordnet ist. Dadurch lassen sich Turbinen von verschiedenen Leistungsklassen und Herstellern einbauen, ohne aerodynamische Änderungen vornehmen zu müssen. Die Turbine hat gegenüber dem Kolbenmotor den Vorteil, dass sie bei niedrigem Gewicht hohe Leistungen erbringt.

Der Vortriebsschub ist so angeordnet, dass er die Luft über das Rumpfvorderteil saugt und nach hinten über den kreuzförmig ausgebildeten Rumpf beschleunigt, so dass ein drallfreier Schubvektor entsteht. Die übrigen Ruder sind - wie beim Jet - nur durch die Vorwärtsbewegung des Flugzeuges mit Druck beaufschlagt und geben dem Piloten ein unverfälschtes fliegerisches Gefühl. Die Luftbremsen sind beiderseits am Rotormantel installiert. Irgendwelche Drehmomente werden durch den Fan-Antrieb nicht hervorgerufen - auch nicht beim Start.

Die Propellerblätter der Mantelschraube laufen mit konstanter Geschwindigkeit und verstellen sich automatisch je nach Schubanforderung. Damit sind die Voraussetzungen für eine Einhebelbedienung wie beim Folge-Jet gegeben.

Der Rumpf ist eine Zentralrahmenkonstruktion aus Leichtmetall mit einem an drei Punkten angeschlossenen, kreuzförmigen Träger mit T-Leitwerk.

Im Gegensatz zur Leichtmetallbauweise von Rumpf und Leitwerk besteht der Flügel mit Holmen, Fowlerklappen und Querrudern aus GFK/KFK. Die Schlauchbauweise parallel zum Verlauf der Holme macht seine Schale sehr beulfest und gibt dem leicht vorgepfeilten Mitteldeckerflügel eine erstklassige Oberflächengüte. Die Flügelhälften sind jeweils mit zwei Hauptbolzen an den zwei stark dimensionierten Holmbrücken der Zentralrahmenkonstruktion des Rumpfes angeschlossen.

Das Einziehfahrwerk in Modulbauweise wird elektrohydraulisch betätigt, kann bei Ausfall dieser Einheit mit einer Handpumpe und außerdem durch Eigengewicht notausgefahren werden. Aufgrund der Modulbauweise können die kompletten Bug- oder Haupteinheiten des Fahrwerks in Minutenschnelle ausgetauscht werden.

Die Instrumenten- und Schalteranordnung entspricht der moderner Jets (z.B. Alphajet). Die Ausrüstung ermöglicht die Ausbildung nach Sicht- und Instrumentenflug. Der Fluglehrer im hinteren Cockpit hat eine ungehinderte Sicht, da er höher sitzt als der Schüler.

Das Flugzeug ist in der Kategorie Acrobatic zugelassen. Die G-Belastung beträgt +6 und -3. Der Fantrainer FT-400 ist für alle Kunstflugfiguren zugelassen, einschließlich Trudeln.

Funtrainer-3
Funtrainer FT 400

 

Copyright © Lexikon der Flugzeuge und Hubschrauber von Wolfgang Bredow - Berlin, Spandau

 

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