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Verkehrsflugzeuge
vom Flugplatz Tegel

- Passagierflugzeuge und Frachtflugzeuge -

Tupolew TU 154 M: dreistrahliges Verkehrsflugzeug mittlerer Reichweite der ehem. UdSSR

Tupolev TU 154 M: dreistrahliges Passagierflugzeug mittlerer Reichweite der ehem. UdSSR

Beschreibung und Geschichte der Tupolev: Mitte der 1960er Jahre wurde das Tupolev-Büro gebeten, ein Flugzeug zu entwickeln, das die Antonow An-10, Ilyushin l-18 und Tupolew-104 ersetzen sollte. Ein solches Flugzeug mußte die Leistung der Antonow An-10, die Reichweite der Iljuschin Il-18 und die Geschwindigkeit der Tupolev Tu-104 kombinieren. Die Tu-154 ähnelt der Boeing 727, hat ebenfalls die 3 Triebwerke hinten, ist aber etwas größer. Sie ist ein Tiefdecker mit T-Leitwerk und besitzt einen kreisförmigen Rumpf mit Druckausgleich. Die normale Startstrecke beträgt 1.140 m, die Landestrecke kann durch Schubumkehr der beiden äußeren Triebwerke verkürzt werden.

Die Entwicklung begann ewa 1966; der Prototyp startete 1968. Die Tupolev 154 wurde 1972 - also 4 Jahre später - in Betrieb genommen. Das neue Flugzeug diente als Ersatz für den Passagierjet Tu 104 und den Turboprobs Il 18 und An 10.  1975 kam die nächste Generation dieses Typs, die Tu-154 A, auf den Markt. Die modernste Version der Maschine bis dahin, die Tu-154 B, fliegt seit 1978. Die beiden neueren Typen besitzen im Unterschied zum ersten Modell stärkere Motoren und größere Treibstofftanks. Die Tu-154 B-2, die in den Jahren danach entwickelt wurde, ist eine Kombination von Passagier- und Frachtflugzeug.

Die dritte Variante Tu-154 M besitzt andere Treibwerke und ein geändertes Leitwerk. Diese Version der Tu-154, die nach dem Mauerfall von der NVA übernommen wurde, wurde bei der Flugbereitschaft der Bundeswehr nach dem Absturz einer Maschine in 1997 eingelagert.

Es wurden mehr als 700 Exemplare des Flugzeugs gebaut. Über 300 davon wurden an die einst größte Fluggesellschaft der Welt, die sowjetische Aeroflot, ausgeliefert. Versuche, das Flugzeug auch außerhalb des Ostblocks zu verkaufen, scheiterten immer wieder an den hohen Unterhaltungskosten - aber auch aufgrund politischer Umstände.

Nur wenige Exemplare waren unter anderem im Mittleren Osten in Einsatz. Heute ist sie immer noch das Rückgrat für viele Flotten der kleineren GUS-Fluggesellschaften. - so auch abgebildete Tupolew 154M der bulgarischen VIA

In Fachkreisen gilt das Flugzeug als unsicher. Bei einem Absturz im Dezember 1995 kamen im Fernen Osten Russlands alle 97 Insassen einer Tu-154 ums Leben. Im Januar 1994 starben bei einem Absturz in Sibirien 125 Menschen, im Juni desselben Jahres stürzte in China eine Tu-154 ab, keiner der 160 Insassen überlebte. 141 Menschen starben bei einem Absturz einer Tu-154 im August 1996 auf Spitzbergen.

Am 13. September 1997 stürzte eine Tupolev-154 der Bundesluftwaffe vor der südafrikanischen Küste ab, wobei alle 24 Insassen starben. Im August 1998 verunglückte beim Start in der ecuadorianischen Hauptstadt Quito eine Tu-154, dabei starben 79 Menschen. Zuletzt stürzte Anfang Juli dieses Jahres eine Tu-154 in Sibirien ab, 145 Menschen kamen ums Leben.

Die Tu-154M ist die einzige Version, welche den europäischen Bestimmungen zum Schutz vor Fluglärm so weit entspricht, dass sie heute noch Ziele in Westeuropa anfliegen darf. Im Vergleich zu anderen Maschine ist allerdings der Abgasaustoß schon aus großer Entfernung zu erkennen.

Tupolev TU 154 M: dreistrahliges Verkehrsflugzeug mittlerer Reichweite der ehem. UdSSR

Technische Daten:          Erstflug TU-154M: 1982

Flugzeugname

Tu-154

Tu-154A

Tu-154B

Tu-154M

Spannweite

37.55 m

37,55 m

37,55 m

37,55 m

Länge

47,90 m

47,90 m

47,90 m

60,90 m

Höhe

11,40 m

11,40 m

11,40 m

11,40 m

Höhenleitwerk (Spannweite)

13,40 m

13,40 m

13,40 m

13,40 m

Rumpfdurchmesser

3,80 m

3,80 m

3,80 m

3,80 m

Max. Kabinenbreite

3,58 m

3,58 m

3,58 m

3,58 m

Max. Kabinenhöhe

2,02 m

2,02 m

2,02 m

2,02 m

Flügelfläche

201,45 m²

201,45 m ²

201,45 m²

201,45 m²

Flügelpfeilung

35°

35°

35°

35°

Flächenbelastung

447 kg/m²

467 kg/m²

486 kg/m²

 -----

Fahrwerk (Spur)

11,50 m

11,50 m

11,50 m

11,50 m

Fahrwerk (Radstand)

18,92 m

18,92 m

18,92 m

18,92 m

Max. Startgewicht

90.000 kg

94.000 kg

98.000 kg

100.000 kg

Max. Landegewicht

80.000 kg

78.000 kg

78.000 kg

80.000 kg

Leergewicht

46.300 kg

50.775 kg

50.775 kg

54.000 kg

Höchstgeschwindigkeit

0,90 Mach

0,90 Mach

0,90 Mach

0,90 Mach

Normale Reisegeschwindigk.

0,85 Mach

0,85 Mach

0,85 Mach

0,85 Mach

Landegeschwindigkeit

230 km/h

235 km/h

235 km/h

235 km/h

Startrollstrecke

2.100 m

2.200 m

2.103 m

2.500 m

Max. Flughöhe

12.000 m

12.000 m

12.000 m

12.000 m

Max. Reichweite

ca. 3.800 km

ca. 2.750 km (43,2 t)

ca. 2.750 km (19 t)

ca. 3.700 km

Besatzung

3-4/6

3-4

3-4

3

Triebwerke

Kuznetsov

Kuznetsov

Kuznetsov

Soloview

Bezeichnung

NK-8-2

NK-8-2-U

NK-8-2U

D-30U-154

Triebwerksanzahl

3

3

3

3

Schubkraft

9.500 kp

10.500 kp

10.500 kp

11.500 kp

Tupolev TU 154 M: dreistrahliges Passagierflugzeug mittlerer

Tragfläche:
freitragender Tiefdecker in Ganzmetallbauweise mit drei Holmen - dreiteiliger Flügel; Landeklappen dreispaltig - Flügelnase und Vorflügel mit Enteisung

Leitwerk:
freitragendes und gepfeiltes T-Leitwerk in Ganzmetallbauweise - Höhenleitwerk zur Trimmung verstellbar - vor dem Seitenleitwerk Lufteinlauf des Mitteltriebwerks; Enteisung

Fahrwerk:
einziehbares Bugfahrwerk mit Scheibenbremsen und Blockierungsschutz - Bugstrebe mit Zwillingsrädern - Hauptstreben mit je 6 Rädern

Versionen:  

  • A   stärkere Triebwerke, erhöhtes Startgewicht
  • B   verbesserte Aerodynamik, erhöhtes Startgewicht, längere Kabine
  • M   neue Triebwerke bei der Tu-155: Die Triebwerke sollen wahlweise mit Kerosin,      flüssigem Wasserstoff oder Erdgas angetrieben werden können. 
  • S   Frachter mit Frachtluke vorne links, Kapazität 9 Paletten, 19 gebaut

Als Verkehrsflugzeug gibt es folgende Versionen:

  • Economy-Klasse 158 bis 164 Plätze
  • Touristen-Klasse 145 bis 152 Plätze
  • gemischte Klasse 128 Plätze, davon 24 in der 1. Klasse.
Tupolev TU 154 - Fahrwerk

 

Copyright © Flugzeuglexikon von Wolfgang Bredow - Berlin, Spandau

 

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